Die Jury-Begründung
Frau Versteeg beschreibt in ihrem Projekt die Entwicklung und Implementierung eines simulationsbasierten Lernformats zur Förderung der Bewohner:innensicherheit in der stationären Langzeitpflege. Ausgangspunkt ist die hohe Relevanz vermeidbarer Risiken im Versorgungsalltag, insbesondere in den Bereichen Medikationsmanagement, Infektionsprävention und Sturzgeschehen. Mit dem „Room of Horrors“ wurde ein praxisnahes und niedrigschwelliges Format geschaffen, in dem Mitarbeitende in einem realitätsnah gestalteten Bewohner:innenzimmer potenzielle Gefahrenquellen identifizieren und diese im Anschluss strukturiert reflektieren.
Das Konzept orientiert sich an etablierten wissenschaftlichen Ansätzen und überträgt diese erfolgreich auf den pflegerischen Alltag. Besonders hervorzuheben ist die interprofessionelle Durchführung in bestehenden Teams, wodurch typische Kommunikations- und Entscheidungsprozesse realitätsgetreu abgebildet werden. Die anschließenden Reflexionsphasen unterstützen die nachhaltige Verankerung sicherheitsrelevanter Erkenntnisse im Versorgungsalltag.
Ein weiterer zentraler Aspekt des Projekts ist die gezielte Einbindung von Mitarbeitenden unterschiedlicher Qualifikations- und Kompetenzniveaus. Die Intervention richtet sich bewusst an alle an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen – von Pflegefachpersonen über Pflegeassistenzkräfte bis hin zu Mitarbeitenden aus Betreuung und Hauswirtschaft. Die Evaluation zeigt, dass insbesondere Mitarbeitende mit geringerer formaler Qualifikation deutliche Zugewinne in der sicherheitsbezogenen Haltung aufweisen. Gleichzeitig profitieren alle Berufsgruppen von der gemeinsamen Durchführung in bestehenden Teams, wodurch ein einheitliches Sicherheitsverständnis gefördert und die interprofessionelle Zusammenarbeit gestärkt wird. Dieses breite Adressatenspektrum trägt maßgeblich dazu bei, sicherheitsrelevante Kompetenzen flächendeckend im Versorgungsalltag zu verankern und die Bewohner:innensicherheit nachhaltig zu verbessern.
Die Evaluation des Projekts zeigt eine signifikante Verbesserung der sicherheitsbezogenen Haltung der Teilnehmenden sowie eine gesteigerte Sensibilität im Umgang mit Risiken und Fehlern. Durch die einfache Umsetzbarkeit, die Integration in bestehende Fortbildungsstrukturen und den Aufbau von Multiplikator:innen innerhalb der Einrichtung weist das Projekt ein hohes Maß an Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit auf.
Damit stellt das Projekt ein überzeugendes Beispiel für eine innovative und zugleich praxisnahe Intervention dar, die einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Sicherheitskultur und zur Verbesserung der Versorgungsqualität in der stationären Langzeitpflege leistet.