Stabsstelle Prävention und Gewaltschutz Zentrale Koordinierungsstelle, Beratung und Unterstützung zum Thema Gewalt für alle Mitarbeitenden
Seit dem 1. Januar 2026 verfügt die Kaiserswerther Diakonie über eine zentrale Stabsstelle Prävention und Gewaltschutz. Die Einrichtung der Stabsstelle unterstreicht die Bedeutung der Präventionsarbeit in der Kaiserswerther Diakonie und weitet das Angebot noch einmal aus. Auf die Stabsstelle berief der Vorstand den Sozialpädagogen und systemischen Berater Christian Bruckhaus.
Die Stabsstelle fungiert als zentrale Koordinierungsstelle und Beratungs- und Unterstützungsangebot zum Thema Gewalt für alle Mitarbeitenden der Kaiserswerther Diakonie. Christian Bruckhaus bringt wichtige Erfahrungen für seine Aufgabe mit. Seit 2012 war er in verschiedenen Leitungspositionen in den Sozialen Diensten der Kaiserswerther Diakonie tätig: Bereits als Teamleiter in den Verselbstständigungshilfen, als Fachbereichsleiter der Familien- und Jugendhilfe und zuletzt als Bereichskoordinator hat er maßgeblich an der Entwicklung von Schutzkonzepten mitgewirkt.
So arbeitet die Stabsstelle
Ich biete allen Mitarbeitenden der Kaiserswerther Diakonie und ihrer Tochtergesellschaften Beratung und Unterstützung an, wenn sie Gewalt selbst erlebt, einen Vorfall beobachtet oder Fragen zu diesem Thema haben. Alle Kolleginnen und Kollegen können sich direkt an mich wenden. Die Gespräche sind immer vertraulich. Mitarbeitende können sich auch anonym telefonisch melden. Bestehen Unsicherheiten oder Verdachtsmomente, helfe ich bei der Einordnung der Situation. Betroffene begleite ich bei den nächsten Schritten und unterstütze sie darin, passende Wege und Ansprechpersonen zu finden. Außerdem berate ich Führungskräfte im Umgang mit Vorfällen und begleite Bereiche bei der Erstellung von Gewaltschutzkonzepten."
Wann ist die Stabsstelle die richtige Anlaufstelle?
Das Thema Gewalt ist komplex und kann viele Erscheinungsformen haben. Sexualisierte Gewalt zum Beispiel beschränkt sich nicht nur auf körperliche Übergriffe, sondern kann bereits bei anzüglichen Sprüchen oder Gesten beginnen. Die Gefahr ist, dass Grenzüberschreitungen normalisiert oder verharmlost werden.
Die Stabsstelle ist immer dann die richtige Anlaufstelle, wenn sich eine Situation für eine:n Mitarbeitende:n nicht richtig anfühlt. Das Wichtigste ist, Verunsicherungen und mögliche Warnsignale ernst zu nehmen und damit nicht allein zu bleiben. Gemeinsam fällt es leichter, Ängste und Befürchtungen genauer zu reflektieren und Orientierung für die konkrete Situation zu gewinnen.
Wie funktioniert Gewaltprävention?
Jede:r Mitarbeitende sollte sich bewusst machen: Ich trage Mitverantwortung dafür, dass niemand Gewalt oder Grenzverletzungen erlebt – weder Menschen, die sich der Kaiserswerther Diakonie anvertrauen, noch Kolleginnen und Kollegen. Prävention beginnt damit, sich zu erlauben, genau hinzuschauen, Fragen zu stellen und nicht wegzusehen, wenn Grenzen überschritten werden. Teams sollten für sich klare Nähe-Distanz-Regeln festlegen und eine offene, transparente Kommunikation gestalten. Ebenso wichtig ist es, die regelmäßigen Fallbesprechungen zu nutzen, um Situationen gemeinsam zu reflektieren. Wenn Kolleg:innen ein komisches Gefühl haben, gilt vor allem eines: nicht mit den eigenen Gedanken allein bleiben. Bei Unsicherheit sollte frühzeitig Hilfe gesucht werden – sei es im Gespräch mit einer Kollegin, der Leitung oder mit der Stabsstelle.
Schulungen sensibilisieren
Die Stabsstelle plant gemeinsam mit den Abteilungs- und Bereichsleitungen Schulungen zum Schutz vor sexualisierter Gewalt. Ziel ist es, typische Grenzverletzungen und Dynamiken frühzeitig zu erkennen, bevor es zu einem Übergriff kommt. In den Schulungen werden konkrete Handlungsempfehlungen vermittelt: Was ist zu tun, wenn eine Grenzüberschreitung auffällt? Wie kann ich angemessen reagieren? Mitarbeitende sollen mehr Sicherheit darin gewinnen, was zulässige Nähe im Kontakt bedeutet und wie sie sich selbst schützen können. Gerade in Bereichen wie Pflege, Jugendhilfe, Schule oder auch im Krankenhaus erleben Kolleginnen und Kollegen viele Situationen, in denen physische und emotionale Nähe eine Rolle spielt. Die Schulungen sensibilisieren dafür, in solchen Momenten aufmerksam zu bleiben und Grenzverletzungen zu erkennen. Führungskräfte werden zudem darin gestärkt, eine Kultur zu fördern, in der Nachfragen und Hinweise ausdrücklich erwünscht sind – im Einklang mit unseren diakonischen Werten, unserem Leitbild und dem Verhaltenskodex der Kaiserswerther Diakonie.
So erreichen Sie die Stabsstelle Prävention & Gewaltschutz
Ihr Ansprechpartner
Christian Bruckhaus
Stabsstelle Prävention & Gewaltschutz