Valentinstags-Reihe in der Kaiserswerther Diakonie
Zum Valentinstag morgen am 14.02 starten wir eine kleine Reihe über Liebe und Verbundenheit in der Kaiserswerther Diakonie. Wir stellen Paare, Familien und Freundinnen vor, die hier miteinander verbunden sind – im Leben und im Engagement.
Den Auftakt machen Ute Grießl und Renate Biebrach. Ute und Renate sind seit vielen Jahren ein Paar – und beide Teil der Kaiserswerther Schwesternschaft. Sie erzählen von ihrem Kennenlernen, ihrem gemeinsamen Weg und ihrem Engagement.
Wie habt ihr euch kennengelernt und wie hat euch euer Weg zur Kaiserswerther Diakonie geführt?
Ute: „Wir hatten beide schon immer eine kirchliche Tätigkeit. Ich habe ursprünglich als Jugendreferentin im Kirchenkreis Duisburg gearbeitet. Eine sehr prägende Zeit war danach meine Arbeit im Duisburger Hafen – dort habe ich Seeleute begleitet. Da fing es bei mir schon an mit Kommunikationstraining und Beratung, was sicherlich eine Rolle dafür gespielt hat, später eine Weiterbildungen im Bereich Coaching und Supervision zu machen. Dadurch landete ich im katholischen Krankenhaus in Duisburg als Psychoonkologin, um krebskranke Menschen im Brustzentrum zu beraten.“
Renate: „Ich bin Pfarrerin und habe zuletzt viele Jahre im Landeskirchenamt gearbeitet. Dort war ich zuständig für nicht-pastorale Mitarbeitende in den Gemeinden. – Es ging um Themen wie Arbeitsrecht, Konflikte am Arbeitsplatz sowie Fort- und Weiterbildung. Jahre zuvor hatte ich schon einmal in Kaiserswerth gearbeitet, als Pfarrerin der sogenannten Anstaltskirchen-gemeinde. Das war meine erste Stelle und sehr prägend. Die Kaiserswerther Schwesternschaft war damals Teil meines Zuständigkeitsbereichs. Später bin ich selbst in die Schwesternschaft eingetreten.“
Ute: „Ich kannte die Kaiserswerther Schwesternschaft tatsächlich auch von Kindheit an. Als Kinder waren wir in der Jugendarbeit bei einer Kaiserswerther Diakonisse, die mit uns sang, tanzte, Flöte spielte und Bastelarbeiten machte.
Renate und ich kannten uns schon länger aus beruflichen Zusammenhängen. Unsere Wege in der Kirche haben sich immer wieder gekreuzt. Ich erinnere mich zum Beispiel an eine Trauung einer Freundin, bei der sich Renates Predigt fest in meinem Gedächtnis eingeprägt hat. Später habe ich an einer Weiterbildung teilgenommen, die Renate geleitet hat. Da wusste ich einfach, dass ich sie näher kennenlernen möchte.“
Wie ist aus dieser Begegnung eine Beziehung entstanden?
Ute: „Ich wusste damals nicht, dass ich eine Frau lieben würde. Nach meiner Scheidung habe ich weiterhin in Duisburg gelebt und war mit meinem Leben zufrieden – ich hatte einen guten Job, eine eigene Wohnung, einen großen Freundeskreis.
Renate: „Dann hat uns eine gemeinsame Freundin zusammen mit anderen eingeladen. Da haben Ute und ich uns sehr gut unterhalten. Als Seminarleitung erzählt man sonst nicht viel Persönliches. Aber an diesem Abend habe ich angefangen, Ute mehr von mir zu erzählen. Die Art, wie sie zugehört hat, war für mich sehr angenehm.“
Ute: „Wir haben erstmal gar nicht gemerkt, dass wir ineinander verliebt waren. Unsere Freundinnen und Freunde schon. Sie haben sich über uns amüsiert.“
Renate: „Wir haben uns dann vorsichtig weiter kennengelernt, uns Briefe geschrieben und uns gelegentlich getroffen. Ich weiß noch, wie ich immer 14 Tage gewartet habe, weil ich dachte das ist ein guter Abstand für einen Brief. Bin dann aber mit dem Auto zum Briefkasten gefahren, damit der Brief unbedingt am nächsten Tag ankommt.“
Ute: „Kurz nachdem wir zusammengekommen sind, habe ich eine Krebsdiagnose bekommen. Das hat mir noch einmal deutlich gemacht, wie kostbar das Leben ist.“
Renate: „Wir sind da gemeinsam durchgegangen. Und danach wurde es immer schöner. 2005 haben wir uns verpartnert. Damals durfte man noch nicht heiraten, es galt noch die eingetragene Partnerschaft als Rechtsform. 2006 haben wir den Segen bekommen. Das war damals noch ein großes Ding in der Kirche! Wir gehörten zu den ersten; und ich arbeitete ja sogar im Landeskirchenamt. Und dann haben wir so viele Leute wie möglich eingeladen, weil wir Öffentlichkeit wollten.“
Wie habt ihr euer gemeinsames Leben gestaltet?
Ute: „Am Anfang haben wir ‚Living apart together‘ gemacht. Irgendwann hat Renate gesagt: Zieh doch zu mir. Ich hatte zuerst etwas Angst um meine Freiheit. Für mich war wichtig zu lernen, dass meine Freiheit in mir liegt – und dass ich, wenn etwas nicht klappt, auch wieder neu anfangen kann.“
Renate: „Wir sind dann in meine Wohnung gezogen, haben aber bewusst alles neu gedacht und neu gestaltet. Und wir haben uns den Traum eines eigenen Instituts für Beratung, Coaching und Training erfüllt, eine gemeinsame Berufstätigkeit. Zwischenzeitlich sind wir aber beide in Rente und machen nur noch Supervisionsgruppen und kleinere Coaching Aufträge. Die Energie, die dadurch jetzt frei geworden ist, stecken wir ehrenamtliche Arbeit in der Schwesternschaft, in Seminare, Andachten, Begleitung und Beratung. Es ist für mich erfüllend, vieles von dem, was ich im Laufe meiner Berufstätigkeit gelernt habe, jetzt in der Schwesternschaft einzubringen.“
Ute: „Dadurch haben wir zwar viele gemeinsame Aktivitäten, wir sind aber auch sehr verschieden, haben verschiedene Stärken und Interessen.
Wie hat sich euer Engagement in der Kaiserswerther Schwesternschaft entwickelt?
Renate: „In der Corona-Zeit gab es in der Schwesternschaft einen Umbruch. Mehrere Schwestern sind auf mich zugekommen und haben gefragt, ob ich helfen kann, neue Wege zu entwickeln. Gemeinsam haben wir – alles in Zoom-Konferenzen - ein Konzept erarbeitet.“
Ute: „Ich war zunächst im Backoffice eingebunden, habe telefoniert, organisiert und Kontakte gehalten. Dabei habe ich gemerkt, was für tolle Frauen in der Schwesternschaft sind und was für eine riesige Bandbreite es da gibt. Die Schwestern wollten sich neu erfinden, und diese Aufbruchsstimmung hat mir gut gefallen. Dadurch bin ich später selbst in die Kaiserswerther Schwesternschaft eingetreten.“
Welche Aufgaben habt ihr heute in der Schwesternschaft?
Renate: „Ich bin zur Vertrauensschwester gewählt worden, an diesem Amt hängen etliche Gremien und Sitzungen. Und mache – jetzt zusammen mit Katrin Stückrath - den Basiskurs Diakonie und schreibe einen großen Teil der Taube, unseren monatlichen Newsletter.
Ute: „Und ich bin im Schwesternrat, wir setzen gemeinsam Beschlüsse um. Außerdem gestalte ich Andachten und Veranstaltungen mit. Aktuell mache ich eine zweijährige Weiterbildung zur Prädikantin. Danach darf ich auch Gottesdienste halten.“
Was verbindet euch – als Paar und in eurem Engagement?
Ute: „Wir haben beide Beziehungserfahrungen hinter uns und waren schon älter, als wir uns kennengelernt haben. Es ist eine reife Beziehung. Wir unterstützen uns und geben uns viel Raum.“
Renate: „Für uns gehört es dazu, gemeinsam etwas Sinnvolles zu tun. Nicht nur Freizeit zu teilen, sondern auch gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.“
Zwei Generationen in der Kaiserswerther Diakonie: drei Berufsfelder, eine Haltung
Diese drei Frauen sind nicht nur familiär verbunden, sondern auch beruflich alle drei Teil der Kaiserswerther Diakonie: Bettina Reichards (Verkaufsleiterin im Hotel Mutterhaus), Jana Reichards (Hebamme im Kreißsaal unseres Florence-Nightingale-Krankenhauses) und Nina Reichards (Pädagogische Fachkraft in der Jugendhilfe, Mutter-Kind-Einrichtung).
Wie hat euch euer Weg in die Kaiserswerther Diakonie geführt?
Bettina: „Ich bin seit 2003 hier im Hotel Mutterhaus. Ursprünglich komme ich aus der Kettenhotellerie und habe hier angefangen, als der Marketingbereich aufgebaut wurde. Zunächst mit einem Minijob, der sich Schritt für Schritt zu einer Vollzeitstelle entwickelt hat. Meine Töchter haben mich damals schon gelegentlich hierher begleitet und am Schreibtisch Bilder gemalt.“
Jana: Ich wusste früh, dass ich etwas Medizinisches machen möchte. Durch meine Mutter kannte ich die Kaiserswerther Diakonie und habe hier mein FSJ im Kreißsaal gemacht. Danach folgte das duale Hebammenstudium an der Fliedner Fachhochschule mit Praxiseinsätzen im Florence-Nightingale-Krankenhaus. Dann bin ich geblieben – der Weg hat sich einfach richtig angefühlt.“
Nina: „Nach dem Abitur habe ich wie auch Jana ein FSJ in der Kaiserswerther Diakonie gemacht - in einer Wohngruppe. Dort hatte ich eine großartige Anleitung. Das hat mich zur Sozialen Arbeit geführt. Während meines Studiums hier an der Fliedner Fachhochschule habe ich bereits in einer Mutter-Kind-Einrichtung gearbeitet – heute arbeite ich hier als pädagogische Fachkraft. Der Übergang war ganz fließend.“
Jana: „Manchmal begegnen wir uns sogar im Arbeitsalltag – wenn Mütter aus Ninas Einrichtung bei uns im Kreißsaal sind oder auch andersrum.“
Nina: „Oder wir verbringen spontan gemeinsam die Mittagspause am Rhein.“
Was macht eure Arbeit für euch sinnstiftend?
Bettina: „Ich schätze besonders, dass unsere Arbeit nicht privaten Gewinnen dient, sondern der Kaiserswerther Diakonie und damit sozialen Projekten zugutekommt. Die Hotellerie ist eine Branche in der sich Menschen in ihrer ganzen kulturellen und sozialen Vielfalt begegnen. Wir geben Menschen aus aller Welt ein Zuhause auf Zeit und schaffen besondere Erlebnisse: Und das durch Professionalität in Verbindung mit Herzlichkeit. Das Hotel entwickelt sich stetig weiter – fachlich wie nachhaltig. Vom 3-Sterne-Haus in den Anfängen zum heutigen 4 Sterne Hotel mit verschiedenen Zertifizierungen wie Certified Business und Conference Hotel sowie Green Sign Hotel: Diese Entwicklung motiviert mich sehr.“
Nina: „Ich arbeite sehr gern mit Müttern und Kindern und unterstütze dabei, Kindern einen guten Start zu schenken. Dabei geht es um mehr als Krisenbewältigung: Wir schaffen gemeinsam schöne Momente, stärken Ressourcen und begleiten Familien auf dem Weg in ein selbstständiges Leben – Hilfe zur Selbsthilfe. In der Einrichtung arbeiten mit unterschiedlichen Methoden, um Mütter zu unterstützen ihre Ressourcen zu entdecken und gemeinsam zu reflektieren.“
Jana: „Geburten sind absolute Ausnahmesituationen im Leben. Wir begleiten Paare auf dem Weg vom Paar zur Familie, geben Sicherheit und Vertrauen. Die Dankbarkeit in den Augen der Eltern ist unbezahlbar. Auch schwierige Situationen gehören dazu – gerade dann da zu sein, empfinde ich als sehr erfüllend.“
Welche Werte verbinden euch – unabhängig von Abteilung oder Rolle?
Nina: „Wertschätzung, Vertrauen und Respekt. Das prägt auch unser privates Miteinander. Uns verbindet außerdem die Freude an der Arbeit mit Menschen – jeder wird so angenommen, wie er ist.“
Bettina: „Dazu kommt ein hoher Anspruch an die eigene Arbeit, Verantwortung für das eigene Handeln und die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln.“
Was hält euch über die Aufgaben hinaus in der Kaiserswerther Diakonie?
Nina: „Ganz klar: die Menschen. Der enge Austausch im Team, Arbeiten auf Augenhöhe, gegenseitige Unterstützung. Diese Atmosphäre spürt man – und sie trägt.“
Jana: „Dem kann ich mich nur anschließen. Wir haben einen tollen Umgang im Team – mit unserem Chefarzt, den Ärzt:innen, unserer Leitung. Selbst nach sehr herausfordernden Diensten ist der Umgang wertschätzend. Kolleg:innen fragen nach, achten aufeinander – und wir finden trotzdem Momente zum Lachen. Zudem ist unsere Klinik sehr bekannt für die Geburtshilfe. Wir sind Pränatalzentrum Level 1 und dadurch sehe und lerne ich super viel.“
Bettina: „Wir haben einen engen Kolleg:innen-Kreis. Wir unterstützen uns, tauschen uns aus und entwickeln gemeinsam Ideen. Es macht viel Freude, wenn man sich im Team aufeinander verlassen kann und an einem Strang zieht. Interessant finde ich auch die Weiterbildungsmöglichkeiten – so konnte ich mich beispielsweise zur Nachhaltigkeitsmanagerin fortbilden.“
Wenn Freundschaft zu Liebe wird: wie Patrick und Pia sich in der Klinik für Notfall- und Akutmedizin kennengelernt haben
Patrick Wegner und Pia Leveling-Wegner arbeiten beide seit vielen Jahren im Florence-Nightingale-Krankenhaus und erzählen, wie sich ihre Wege gefunden haben und was sie in ihrer Arbeit erfüllt.
Wie hat euch euer Weg in die Kaiserswerther Diakonie geführt?
Patrick: „Ich bin Gesundheits- und Krankenpfleger und seit 17 Jahren in der Kaiserswerther Diakonie tätig. Meine Ausbildung habe ich hier von 2009 bis 2012 gemacht, danach war ich in der Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie tätig. Seit 2016 arbeite ich jetzt schon in der Notaufnahme.“
Pia: „Ich bin Gesundheits- und Kinderkrankenschwester. Nach meiner Ausbildung hier von 2008 bis 2011 habe ich zunächst in der Kinderklinik gearbeitet. Anschließend hat mein Weg mich in die Notaufnahme geführt. Inzwischen arbeite ich in der Klinik für Kinderchirurgie.“
Wie habt ihr euch kennengelernt?
Pia: „Wir haben uns in der Notaufnahme kennengelernt. Wir gehörten zu einer engen Freundschaftsgruppe unter Kolleginnen und Kollegen, die auch privat viel unternommen hat. Und bei uns beiden ist daraus mehr als Freundschaft geworden. An Karneval hat es dann gefunkt – das wird vielleicht die rheinländischen Herzen freuen.
Patrick: „Der Zusammenhalt in der Notaufnahme schafft eine besondere Nähe. Man erlebt gemeinsam so viele Höhen und Tiefen. Das verbindet. Viele Kolleginnen und Kollegen von damals sind bis heute gute Freundinnen und Freunde von uns.“
Was macht eure Arbeit für euch sinnstiftend?
Patrick: „Das ist einfach zu beantworten. Für mich gibt es kaum etwas Erfüllenderes, als Menschen in Not zu helfen, Schmerzen zu lindern und Leben zu schützen. Dabei erfährt man oft Wertschätzung, sowohl von Kolleg:innen als auch von Patient:innen und Angehörigen. Das ist für mich unbezahlbar.“
Pia: „Für mich ist es besonders schön, Kindern Sicherheit zu geben und ihnen Angst zu nehmen. Ich wollte unbedingt mit Kindern arbeiten, hatte damals auch noch die Überlegung Hebamme zu werden. Nach meinem Work and Travel Jahr in Neuseeland habe ich dann meine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester in der Kaiserswerther Diakonie gemacht. In der Notaufnahme wurde ich damals gefördert und konnte schnell Verantwortung übernehmen. Das hat mir viel gegeben und macht meinen Job sehr erfüllend.“
Welche Werte verbinden euch – unabhängig von Position oder Abteilung?
Patrick: „Wir arbeiten gern mit Menschen zusammen – sowohl mit tollen Kolleginnen und Kollegen als auch, um Patientinnen und Patienten zu helfen.“
Was hält euch über die Arbeit hinaus in der Kaiserswerther Diakonie?
Patrick: „Dieses starke Netzwerk. Man weiß, wer wofür zuständig ist und Dinge lassen sich schnell klären, das erleichtert den Alltag. Momentan mache ich eine Weiterbildung direkt auf dem Campus, das ist natürlich auch super praktisch.“
Pia: „Ich wurde immer unterstützt, bei Weiterbildungen, Kongressen oder persönlichen Anliegen. Eigeninitiative gehört natürlich immer mit dazu. Und auch privat stehen wir sehr hinter dem Haus: Wir haben zum Beispiel auch alle drei Kinder hier bekommen.“
Wenn aus Zusammenarbeit Freundschaft wächst
Im Rahmen unserer Interview-Reihe werfen wir auch einen Blick auf eine Freundschaft innerhalb der Kaiserswerther Diakonie: Monika Schult, Bereichsleiterin Beruf und Bildung, und Ingrid Bohlinger, Teamleiterin der Kaiserswerther Familienakademie. Was als berufliche Begegnung begann, ist über viele Jahre zu einer engen Freundschaft geworden – mit gemeinsamen Projekten, geteilten Werten und einer großen Portion Kreativität.
Wie lange arbeitet ihr schon in der Kaiserswerther Diakonie?
Monika: „Zusammen schaffen wir fast 70 Jahre hier. Wir sind beide Urgesteine. Ich habe als 16-Jährige mit einem Praktikum angefangen und im Anschluss meine Ausbildung hier gemacht. Schritt für Schritt bin ich weitergewechselt, bis ich in der Hauptverwaltung gelandet bin.“
Ingrid: „Ich habe vor 27 Jahren im Kindergarten angefangen und bin auch in verschiedenen Einrichtungen tätig gewesen. Jetzt bin ich Teamleitung der Familienakademie.“
Seit wann kennt ihr euch?
Ingrid: „Ich kannte den Namen Monika Schult lange bevor ich sie persönlich kennenlernte."
Monika: „Zudem hatten wir eine gemeinsame Kollegin, die eine gute Freundin von Ingrid war, über die wir uns auch persönlich besser kennen gelernt haben.“
Was verbindet euch besonders?
Monika: „2016 kam das Stricken dazu. Dieses Jahr haben wir also zehnjähriges Jubiläum. Eine Kollegin ging in Rente, und wir haben überlegt, wie wir weiterhin Kontakt halten können. So kam die Idee mit dem Strickcafé auf. Seitdem sehen wir uns automatisch zweimal im Monat zum Stricken. Natürlich sehen wir uns auch beruflich. Aber das Stricken ist das, was die Freundschaft richtig entwickelt hat. Das Strickcafé ist sozusagen unser beider Ehrenamt. Ab sofort stricken wir auch einmal im Monat für karitative Projekte.“
Ingrid: „Da gibt es viele Projekte! Monika strickt zum Beispiel für die Ukrainehilfe. Dann gibt es die Düsselbabys, Aktion Grüne Socke oder die Düsseldorfer Wollengel. Bei uns sind wirklich Leute, die schon seit zehn Jahren ins Strickcafé kommen. Während Corona sogar online – der Wunsch kam tatsächlich von den älteren Teilnehmenden. Enkel, Söhne und Töchter wurden verrückt gemacht, damit das läuft. Wir haben beide Strick-Accounts auf Instagram und schicken uns gern Sachen hin und her. Monika macht auch Strickanleitungen, und ich unterstützte sie beim Probestricken.“
Warum ist eure Arbeit für euch sinnstiftend?
Monika: „Bildung stärkt Menschen. Wir schauen welche Stärken jemand mitbringt, und wie wir diese entwickeln können. Es hat mich nie gereizt, woanders hinzugehen. Dieses Werk hat etwas Besonderes. Mein Mann war bei Nokia und nannte sich ‚Nokianer‘. In dem Sinne würde ich sagen: Ich bin ein Kaiserswerther.“
Ingrid: „Ich bin schon lange hier und stolz auf das, was die Kaiserswerther Diakonie macht. Es ist eine berufliche Heimat. Ich bin hier gut vernetzt. Klar gab es auch mal Phasen, in denen ich nicht ganz zufrieden war, aber die Menschen sind es, die die Kaiserswerther Diakonie für mich ausmachen.“
Welche Werte verbinden euch unabhängig von Position oder Abteilung?
Ingrid: „Ich würde sagen vor allem Kreativität und Innovation aber auch immer mit einem Blick auf Tradition.“
Monika: „Und, dass wir beide etwas Soziales machen. Ich bin der Überzeugung: Wenn man Freundinnen auf der Arbeit hat, arbeitet es sich besser. Jede:r hat mal private Themen. Da ist es auch mal wichtig, einander zuzuhören.“
Ingrid: „Und natürlich verbinden uns auch gemeinsame Erinnerungen. Bis zur Rente ist es bei uns beiden gar nicht mehr so lange hin. Für uns ist klar: Wir stricken weiter.“
Monika: „Es ist eine schöne Mischung aus beruflich und privat.“