Tag des Ehrenamtes 2025: 25 Jahre Ehrenamt
„Ach, das sind schon 25 Jahre?“ – Im Gespräch mit Heidelore Schlüssel
Zum Tag des Ehrenamtes stellen wir eine Frau vor, die seit vielen Jahren das Leben in der Kaiserswerther Diakonie durch ihr Engagement bereichert: Heidelore „Heidi“ Schlüssel. Manche kennen sie aus Heidis Büdchen in der Pflegeschule Düsseldorf, andere aus dem Altenzentrum, der Kita Zeppenheimer Weg oder dem Laden Tabea. Vor kurzem wurde sie für 25 Jahre Ehrenamt von Pfarrerin Dr. Katrin Stückrath, Leiterin der Kaiserswerther Schwesternschaft, geehrt – und das Lustigste daran: Frau Schlüssel wusste selbst gar nicht, dass sie schon so lange ehrenamtlich tätig ist.
Sie haben bei Ihrer Ehrung gesagt, dass Sie gar nicht wussten, dass es schon 25 Jahre Ehrenamt sind.
Ja, das fand ich wirklich lustig. Für mich fühlte es sich nie wie „Ehrenamt“ an. Ich war einfach da, wo ich gebraucht wurde – und wo ich gern war.
Wie hat denn alles angefangen?
Das war damals im Altenzentrum. Meine Mutter war dort untergebracht, und ich habe viel Zeit bei ihr verbracht. Eine Ehrenamtliche, die mit den Bewohner:innen Origami gemacht hat, sprach mich an – und über die Zeit habe ich das übernommen. Ich habe nie bewusst entschieden: „Jetzt mache ich ein Ehrenamt.“ Ich war sowieso da, also habe ich geholfen. Später habe ich dort auch Bridge mit den Bewohner:innen gespielt.
Und dann ging es weiter in der Kita Zeppenheimer Weg?
Genau. Das Origami-Basteln habe ich auch dort übernommen. Ich war morgens in der Kita und bin mittags nach Hause. Die Kinder konnten das gar nicht verstehen. Sie fragten immer: „Warum gehst du schon?“ Ich sagte: „Ich muss nach Hause, mein Mann kommt zum Essen.“ Ein Kind hat sich das besonders gemerkt. Jeden Tag kam es zu mir und sagte: „Heidi, du musst nach Hause gehen, dein Mann wartet schon!“ Viele Jahre später habe ich ihn wiedergetroffen – inzwischen erwachsen – und er sagte genau diesen Satz wieder. Das war ein wunderschöner Moment.
Sie sind auch ehrenamtliche Gratulatorin?
Ja, ich besuche ältere Menschen und gratuliere ihnen zum Geburtstag. Gerade wenn jemand sehr allein ist, freuen sie sich unglaublich. Jeder Besuch ist für mich etwas ganz Besonderes.
Und dann sind Sie noch im Laden Tabea aktiv.
Ja, das mache ich total gern. Dort gibt es viele selbstgemachte Dinge: Gestricktes, kleine Handarbeiten und vieles mehr. Wir verkaufen alles für den guten Zweck. Der Verkauf am Adventsbasar war dieses Jahr wieder ein Highlight für mich. Die Leute sind sehr großzügig und freuen sich, wenn sie etwas Gutes tun können. Das macht mir richtig Spaß, und davon bin ich überzeugt.
Ganz ehrlich: Wenn ich im Lotto gewinnen würde, würde ich erst feiern – und dann würde ich Leuten helfen. Das steckt irgendwie einfach in mir drin.
Vielen Dank, Frau Schlüssel, für 25 Jahre Engagement!