(Foto: Freepik)Palliative Care Level II
Sterbewünsche in der Palliativversorgung
Eine entscheidende Motivation, sich das Sterben zu wünschen, stellt für die Betroffenen ihre Autonomie beziehungsweise der Verlust ihres Handlungsspielraums dar. Menschen, die unter einer lebensbegrenzenden Erkrankung leiden, äußern manchmal den Wunsch nicht mehr kurativ behandelt zu werden. Einige von ihnen erklären das damit, dass sie sterben möchten. Es ist bekannt, dass Sterbewünsche auch unter Bedingungen guter Palliativversorgung vorkommen und nicht notwendigerweise ein Ausdruck von Schmerzen oder einer mangelhaften Schmerztherapie sein müssen.
Diese Wünsche haben vielmehr einen komplexen Hintergrund, der letztlich auf die existentielle Auseinandersetzung von Menschen mit dem Tod verweist. Sterbewünsche sind eng mit der Behandelbarkeit und dem Verlauf von einer Erkrankung, mit der Lebensqualität, mit der Biografie, mit Bedürfnissen, Haltungen und Sorgen der Betroffenen, aber auch mit dem unmittelbaren Umfeld und der Gesellschaft verbunden.
Neuro-Palliative Care: Palliativversorgung von Menschen mit neurologischen Erkrankungen
Der Verlauf von palliativ zu versorgender neurodegenerativer Erkrankungen ist vielgestaltig, mal sehr kurz, wie bei einem akut an einem Apoplex Versterbenden oder mal sehr lang, wie bei einem jahrzehntelang an progredienter multipler Sklerose Erkranktem. Palliativversorgung wird damit notwendiger integraler Bestandteil des therapeutischen Angebots und muss sich diesen Herausforderungen stellen.
Gerade in der Betreuung neurologisch Erkrankter ist die Palliativversorgung eine aktive, ganzheitliche, lindernde und vorausschauende Versorgung, die in unterschiedlichem Umfang während der gesamten Dauer der Erkrankung jeweils in angemessener Weise sinnvoll angewendet werden kann.
Fallbesprechungen in der Palliativversorgung
Fallbesprechungen spielen eine zentrale Rolle bei der kontinuierlichen Verbesserung der Palliativversorgung und dienen gleichzeitig der internen Qualitätssicherung. Hier beraten sich unterschiedliche Fachkräfte über die Situation des Patienten und versuchen eine gemeinsame Lösungsstrategie und ein akutes Problem in der Gegenwart und vorausschauend für die Zukunft zu finden. Durch den gleichen Wissensstand aller Beteiligten im Kontext der therapeutischen Herausforderungen werden auch die Ressourcen und Fähigkeiten des Patienten sichtbar, um die Palliativversorgung noch individueller an
seine Bedürfnisse auszurichten.
Inhalte
- Fallarbeit zu Sterbe- und Todeswünschen, Suizidalität und Präventionsmaßnahmen.
- Neuro-Palliative Care im Kontext der interdisziplinären Palliativversorgung von Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen.
- Systematik von Fallbesprechungen in der Palliativversorgung, Durchführung von Fallbesprechungen.
Ziele
- Die Teilnehmenden setzten sich mit den Sterbewünsche als komplexe, dynamische Gebilde auseinander, sie lernen das Modell verschlüsselter Sterbewünsche kennen zur strukturierten Analyse
von Sterbewünschen, sie reflektieren die Gefühle der Ambivalenz in der Gleichzeitigkeit von Sterben und Leben wollen, sie erwerben Wissen und Kenntnisse über Möglichkeiten der Suizidprävention
- Die Teilnehmenden setzen sich mit typischen neurologischen Krankheitsbildern mit palliativem Versorgungsbedarf auseinander, sie kennen die häufigsten Symptome und können die Trias von
Epidemiologie, Diagnostik und Therapie adäquat auf ihren Arbeitsbereich übertragen und entsprechend handeln, sie reflektieren ethische Fragestellungen in der Neuro-Palliative Care und können diese in ihrem Arbeitsalltag besprechbar machen.
- Die Teilnehmenden setzten sich mit der Systematik von Fallgesprächen auf der Grundlage von dem erweiterten Total-Pain auseinander, sie bringen Fallbeispiele aus der Praxis ein und führen
beispielhafte Fallgespräche durch und können die Ergebnisse für ihren Arbeitsalltag nutzbar machen.
Zielgruppe
Fachkräfte aller Berufsgruppen des Gesundheitswesens mit einer abgeschlossenen Weiterbildung Palliative Care.
Zusatzinformationen
Gemäß der gesetzlichen Grundlagen nach §39a, §132d ff., §132 g, §37b Abs. 1 und 2 SGB V wird die Qualitätssicherung durch jährliche Fortbildungsveranstaltungen für die Absolventen:innen der multiprofessionellen Weiterbildung Palliative Care sichergestellt.
Fortbildungspunkte: 12
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Alle Kurstermine
| Datum | Uhrzeit |
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Datum:
12.03.2026
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Uhrzeit:
08:30 - 17:15 Uhr
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Datum:
13.03.2026
|
Uhrzeit:
08:30 - 17:15 Uhr
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Datum:
14.03.2026
|
Uhrzeit:
08:30 - 17:15 Uhr
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| Nummer | 32C10-43-1 |
| Termin |
12.03.26 - 14.03.26 08:30 - 17:15 Uhr |
| Dauer | 30 UE |
| Kosten | 590,00 € |
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