Historische Gebäude auf dem Diakoniegelände

Auf dem Parkgelände der Kaiserswerther Diakonie ist in 180 Jahren ein einmaliges Gebäude-Ensemble entstanden. Als eine "kleine Stadt" werden die Gebäude beschrieben, die zwischen 1883 und 1903 auf dem sogenannten "Fronberg" vor den Toren Kaiserswerths errichtet wurden.

Lernen Sie die Gebäude der Kaiserswerther Diakonie und ihre Geschichte kennen.

  • Der Disselhoff-Park auf dem Gelände der Kaiserswerther Diakonie Als eine "kleine Stadt" werden die neuen Gebäude beschrieben, die zwischen 1883 und 1903 auf dem sogenannten Fronberg vor den Toren Kaiserswerths errichtet wurden. Fliedners Schwiegersohn und Nachfolger Julius Disselhoff (1827-1896) war für die Planungen verantwortlich. Noch heute prägen das Mutterhaus, die Mutterhauskirche, der Disselhoff-Parkmit seinem alten Baumbestand sowie die Gebäude des Krankenhauses das Gelände. Sie sind sichtbarer Ausdruck einer sich rasant entwickelnden diakonischen Einrichtung, deren ursprüngliche Räumlichkeitenam Kaiserswerther Markt schon bald nach der Gründung nicht mehr genügten.
  • Hotel MutterHaus Düsseldorf - Das 1903 eingeweihte Mutterhaus ist in zwei Bauabschnitten errichtet worden. Mit der Einweihung der Krankenhausbauten war zunächst ein Haus entstanden, das Verwaltungs- und Wirtschaftszwecken diente. Dort wohnten auch Schwestern, die im Krankenhaus arbeiteten. 1903 erhielt das Gebäude die zentrale Funktion für die Kaiserswerther Schwesternschaft. Die Räume dienten als Unterkunft. Hier wohnten zum Beispiel die im Mutterhaus beschäftigten Diakonissen sowie Diakonissen aus anderen Mutterhäusern. 1957 entstand ein großer Saal als Anbau, zunächst als Ausweichstelle für die Mutterhauskirche, die umgebaut wurde. Seit 2002 ist das MutterHaus ein 4-Sterne Hotel- und Tagungszentrum der Kaiserswerther Diakonie.
  • Hauptverwaltung der Kaiserswerther Diakonie (Sophie-Wiering-Haus) - Auf dem Fronberg wurde im Zentrum des neuen Diakoniegeländes ein eigenes Verwaltungsgebäude errichtet und zum 75. Jubiläum der Anstalt eingeweiht. Die Verwaltung beherbergte ein Erdgeschoss, die Buchhaltung mit Kassenraum, die Buchhandlung einschließlich der Versandräume, einen Sitzungssaal sowie Wohnungen für zwei "Büroschwestern". Im Februar 2004 erhielt die Hauptverwaltung den Namen "Sophie-Wiering-Haus". Johanne Sophie Dorothee Wiering (1780 - 1853), eine Freundin von Theodor Fliedners erster Ehefrau Friederike Fliedner, gab im Jahre 1836 das entscheidende Darlehen für den Kauf des ersten Hauses am Kaiserswerther Markt, aus dem sich das Werk entwickelte.
  • Denkmal für Kaiser Friedrich III - Das Denkmal wurde 1890 anlässlich des damaligen Vorstehers Pastor Julius Disselhoff (1827-1896) enthüllt. An der Entstehung waren mehrere Künstler beteiligt. Den Entwurf fertigte Paul Disselhoff (*1861), ein Enkel Theodor Fliedners, an. Das Denkmal bezieht sich auf einen Besuch des Kronprinzen Friedrich III. in Kaiserswerth im Jahr 1884. Hier wurde er auf einen kranken Jungen aufmerksam. Der Kronprinz nahm das Kind auf den Arm, wo es mit den Orden seiner Majestät spielen durfte. Auf der Rückseite des Sockels ist ein Relief angebracht, das sich auf den Besuch des Kronprinzen im Diakonissenhospital in Jerusalem im Jahr 1869 bezieht. Ein arabisches Mädchen hatte damals seine Hände nach ihm ausgestreckt und in seiner Muttersprache "Ahubbuka" ("Ich liebe Dich") gesagt. Das Denkmal ist eines der wenigen für Friedrich III. und zeigt den Kaiser nicht, wie sonst üblich, hoch zu Ross als Kriegsherren, sondern in einer zivilen Pose.
  • Mutterhauskirche - Die 1903 eingeweihte Mutterhauskirche ist gemeinsam mit dem Mutterhaus Mittelpunkt der Diakonissenanstalt auf dem Fronberg. Geplant wurde die mit 1.000 Plätzen ausgestattete Kirche von dem Architekten Karl Siebold (1854 - 1937), der sich durch seine Kirchenbauten und seine Planungen für Krankenhäuser und diakonische Einrichtungen einen Namen gemacht hat. Heute dient die Mutterhauskirche als Gemeindekirche für die Evangelische Kirchengemeinde und als zentrale Gottesdienststätte der Kaiserswerther Schwesternschaft und der Kaiserswerther Diakonie.
  • Berufskolleg (Caroline-Fliedner-Haus) Das Berufskolleg Kaiserswerther Diakonie, eine der ältesten Erzieherschulen in Deutschland, ist eine private evangelische Schule, die sich auf Berufe im Sozial- und Gesundheitswesen spezialisiert hat. Die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern, wie sie heute noch am Berufskolleg absolviert wird, gehört seit 180 Jahren zu den Angeboten der Kaiserswerther Diakonie. Bereits 1836 hat sich der Gründer des Unternehmens, Theodor Fliedner, für die Ausbildung von Diakonissen stark gemacht und sie danach von Düsseldorf in die Welt geschickt, um andernorts in der Kindererziehung tätig zu sein.
  • In den drei Feierabendhäusern leben die Diakonissen der Kaiserswerther Schwesternschaft, die ihr Leben lang der Kaiserswerther Diakonie ihre Arbeitskraft an verschiedenen Einsatzorten zur Verfügung gestellt haben. Sie verbringen hier ihren Ruhestand – den so genannten „Feierabend“. Die recht ungewöhnliche Bezeichnung der Häuser geht auf Theodor Fliedner zurück. Er nannte das erste 1853 errichtete Feierabendhaus auch eine "Stätte der Ruhe und Pflege".
  • Der Fliedner Fachhochschule Düsseldorf (FFH) feiert im September 2016 ihr 5-jähriges Bestehen. Die Hochschule ist auf Studiengänge im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in Pädagogik und Pflegemanagement spezialisiert und zeichnet sich durch ein familiäres Camupusleben, kleine Studiengruppen sowie individuelle Beratung aus.
  • Nach der Eröffnung der Kaiserswerther Diakonissenanstalt im Jahr 1836 entstand zunächst am Kaiserswerther Markt ein provisorisches Hospital. In den Jahren 1850/51 arbeitete hier die englische Krankenschwester Florence Nightingale im Praktikum mit. Sie wurde später zur Pionierin moderner Krankenpflege. Heute ist sie Namensgeberin des Florence-Nightingale-Krankenhauses. 1885 entstand an neuem Standort das „Fronbergkrankenhaus“. Nach und nach wandelte sich das Hospital zu einer medizinischen Klinik. Die Anzahl der Ärzte stieg, Abläufe wurden professionalisiert. 1970 konnte der Grundstein für ein neues Haus gelegt werden. Weitere fünf Jahre später wurde das neue Florence-Nightingale-Krankenhaus eröffnet. Seit 2009 wurde das Haus sukzessive bei laufendem Betrieb umgebaut und modernisiert. 2014 ist ein neues Funktionsgebäude eröffnet worden. In einem weiteren Bauabschnitt sind die Modernisierung des alten Funktionsgebäudes und der Bau einer neuen Eingangshalle vorgesehen. Die Neueröffnung des Florence-Nightingale-Krankenhauses ist für Herbst 2017 geplant.
  • Fronberghaus - 1883 wurde das Waisenhaus für Mädchen, als erstes Gebäude auf dem Fronberg eingeweiht. Das Waisenhaus diente gleichzeitig als Volksschule und ab etwa 1900 auch als Mittelschule. Nach dem 1. Weltkrieg bekam es die Funktion eines Kriegswaisenhauses, in dem nur noch die erste Grundschulklasse verblieb. Der stete Zustrom hilfsbedürftiger Kinder machte weitere Anbauten notwendig. Im Norden des Fronberghauses entstand nach dem 2. Weltkrieg ein neues Gebäude mit Klassenräumen und einem Saal, der nach der Leiterin des Heimes, Paula Kienast, "die Aula von Tante Paula" genannt wurde. Das Fronberghaus diente nach dem 2. Weltkrieg als Verbandsschwesterheim und ist heute Sitz der Kaiserswerther Seminare und der Familienakademie Kaiserswerth.
  • "Haus Tabea" - Hier befinden sich die Fliedner-Kulturstiftung und das Pflegemuseum Kaiserswerth - das einzige Pflegemuseum Deutschlands. Das Museum zeigt die lange Tradition der Geschichte der Krankenpflege im 19. und 20. Jahrhundert. Die Fliedner-Kulturstiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, das geistige und kulturelle Erbe der Diakonissenmutterhäuser und ihrer Nachfolgeeinrichtungen in der evangelischen Welt zu sammeln und zu bewahren.
  • Kaiserswerther Buchhandlung - Schon 1840 vertrieb Theodor Fliedner unter anderem geistliche Lieder und kleine erbauliche Erzählungen, aber auch "Ärztliche Winke über die leibliche Erziehung der Kinder". "Der Barmherzige Samariter", ein Stahlstich im Folioformat, entwickelte sich zu einem überdurchschnittlichen Verkaufserfolg und bewog Fliedner dazu, einen eigenen Verlag zu gründen. Zusammen mit der Buchhandlung bildete dieser wenig später eine wichtige wirtschaftliche Stütze für die kontinuierlich wachsende Diakonissenanstalt. Hohe Auflagen erzielte Fliedner vor allem mit dem "Christlichen Volkskalender". Die Ausgabe von 1856 wurde 65 000 mal verkauft. Die Kaiserswerther Buchhandlung begeht 2016 ihr 175-jähriges Bestehen.
  • Bildungszentrum für Gesundheitsfachberufe (Haus Elisabeth/Elisabeth-von-Buttlar-Haus) - Die Kaiserswerther Frauenschule wurde 1904 zunächst mit acht Schülerinnen in einem freigewordenen Pfarrhaus als "Haushaltungspensionat" eröffnet. Im September 1911 erfolgte die Einweihung des neuen Gebäudes auf dem Johannisberg. Die Anstalt bot Raum für 37 Schülerinnen. Die jungen Mädchen aud dem "gebildeten Stand" wurden auf ihren späteren Beruf als Hausfrau und Mutter vorbereitet. Während des 1. Weltkrieges ruhte der Unterricht zeitweise, da die Frauenschule als Lazarett eingerichtet war. 1935 wurde das Gebäude nach der damaligen Vorsteherin des Kaiserswerther Mutterhauses, Schwestern Elisabeth von Buttlar (1886 - 1956) benannt. Nach 1947 entstand mit finanzieller Unterstützung aus den USA eine Lungenklinik, die bis zum Jahr 1990 im Haus verblieb. Danach zogen die Krankenpflegeschule und weitere medizinische Bildungseinrichtungen ein. Das Bildungszentrum für Gesundheitsfachberufe bietet zahlreiche Ausbildungen in innovativen Berufen im Gesundheitswesen an.

Besuchen Sie unsere historischen Führungen über das Diakonie-Gelände. 

Der nächste Termin
28. Oktober

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