03. Mai 2022

Pharmakologische Behandlung bei Schizophrenie

Chefarzt Prof. Dr. med. Joachim Cordes, Oberarzt Dr. med. Christian Schmidt-Kraepelin und Diplom-Psychologin Sandra Feyerabend veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit im renommierten Wissenschaftsjournal „The Lancet Psychiatry“ (Foto: Kaiserswerther Diakonie)

Prof. Dr. J. Cordes, Dr. C. Schmidt-Kraeplin und S. Feyerabend veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit in „The Lancet Psychiatry“

Düsseldorf, 28.04.2022.  Ein Forschungsteam aus dem Florence-Nightingale-Krankenhaus, Akademisches Lehrkrankenhaus der Heinrich-Heine-Universität, hat untersucht, wie sich die Medikation von Patient:innen mit psychischen Erkrankungen verbessern lässt. Im Fokus der Untersuchung stand dabei die Schizophrenie. Die Ergebnisse der mehr als 12-jährigen wissenschaftlichen Arbeit wurden jetzt von dem international renommierten Wissenschaftsmagazin „The Lancet Psychiatry“ veröffentlicht.

Viele Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen, insbesondere bei schizophrenen Störungen, nehmen gleichzeitig und andauernd mehrere Medikamente parallel ein. Denn da zwischen 30 und 40 Prozent der Erkrankten trotz mehrwöchiger Behandlung mit einem medikamentösen Wirkstoff immer noch Symptome zeigen, wird die Therapie üblicherweise um ein weiteres Antipsychotikum ergänzt. Sowohl die Wirksamkeit als auch die Sicherheit solcher Kombinationstherapien waren wissenschaftlich bislang noch weitgehend ungeklärt.

Dieser Problematik haben sich Prof. Dr. med. Joachim Cordes, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Florence-Nightingale-Krankenhaus, Dr. med. Christian Schmidt-Kraepelin, leitender Oberarzt, und Sandra Feyerabend, Diplom-Psychologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin, angenommen. Ziel ihrer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 2,4 Millionen Euro geförderten Studie war es, Mehrfachverordnungen sicherer zu machen und wo möglich zu reduzieren.

Die Wissenschaftler, die am LVR-Klinikum Düsseldorf, Kliniken der Heinrich-Heine-Universität, forschten, führten ein deutschlandweites Netzwerk von insgesamt 18 psychiatrischen Kliniken und Zentren zusammen. „Auf diese Weise konnten wir rund 330 Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer gewinnen und in die Untersuchung aufnehmen. Mit dieser hohen Zahl an Probanden hat das Forschungsergebnis eine hohe Aussagekraft. Um dies zu erreichen, mussten wir zugleich die Projektlaufzeit insgesamt zwei Mal verlängern“, erläutert Prof. Dr. med. Joachim Cordes.

„Am verträglichsten ist die Gabe nur eines Wirkstoffes. Allerdings gibt es bestimmte klinische Situationen, in denen die Hinzunahme eines zweiten antipsychotischen Präparates sinnvoll sein kann, um das Ansprechen auf die Therapie zu beschleunigen“, erklärt Dr. med. Christian Schmidt-Kraepelin. Ein entsprechendes Kombinationspräparat haben die Wissenschaftler inzwischen erfolgreich als Patent beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet.

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