31. August 2022

Pflege-Ausbildung: Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Studie zur Unterrichtsqualität

Prof. Dr. Bärbel Wesselborg, Leiterin Studiengang Berufspädagogik Pflege und Gesundheit Fliedner Fachhochschule (Foto: Kaiserswerther Diakonie/ Christine Harrell)

Düsseldorf, 31. August 2022. Pflegekräfte werden händeringend gesucht. Umso wichtiger ist die Ausbildung von qualifiziertem Nachwuchs. Wissenschaftler:innen der Fliedner Fachhochschule untersuchen jetzt gemeinsam mit Kolleg:innen aus Münster und Lüneburg den theoretischen Unterricht in der Pflegeausbildung. In der von der Universität Münster aus geleiteten Studie wird erstmals die didaktische Vermittlung von Lerninhalten systematisch analysiert. Die Untersuchung ist auf ein Jahr angelegt und wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Seit 2020 erhalten Pflegekräfte in Deutschland eine generalistische Ausbildung, die mit einer staatlichen Prüfung abschließt. Diese dauert drei Jahre und umfasst mindestens 2.500 Stunden praktischen und 2.100 Stunden theoretischen Unterricht. „Lernen ist am effizientesten, wenn Wissen kognitiv aktivierend vermittelt wird, d.h. Lernende aktiv gefordert sind und neues Wissen nicht nur passiv aufnehmen, sondern Begründungen finden und Problemlösestrategien entwickeln müssen. Damit dies funktioniert, kommt es auf die richtige Aufgabenstellung an“, weiß Prof. Dr. Bärbel Wesselborg von der Fliedner Fachhochschule Düsseldorf. Ob die Wissensvermittlung im Theorieteil der Pflegeausbildung diesen Ansprüchen gerecht wird, untersuchen die Wissenschaftler:innen im DFG-geförderten Projekt „Analyse von Lernaufgaben im pflegeberuflichen Unterricht unter dem Fokus der kognitiven Aktivierung“. Eine solche Suche nach der optimalen Art der Vermittlung von Wissen ist in anderen Fächern, wie zum Beispiel im Mathematik-Unterricht, längst üblich. In der Pflegeausbildung ist sie neu.

Die Wissenschaftler:innen befragen ausgewählte Lehrkräfte aus Nordrhein-Westfalen zu ihren Kriterien bei der Entwicklung von Aufgaben und erfassen, welche Inhalte in der pflegeberuflichen Ausbildung als besonders kognitiv-aktivierend eingeschätzt werden. Darüber hinaus untersuchen sie Lernaufgaben aus dem Pflegeunterricht aus allen drei Ausbildungsjahren hinsichtlich ihres kognitiv aktivierenden Potenzials. Die so gewonnenen Erkenntnisse bilden dann die Basis für die Fundierung eines fachdidaktischen Kategoriensystems, das dazu dienen wird, das kognitiv-aktivierende Potenzial von Aufgaben in der beruflichen Fachrichtung Pflege bestmöglich auszuschöpfen. „Unser Ziel ist es, Lehrenden an Pflegeschulen konkrete Anhaltspunkte zur Konstruktion von Aufgaben geben, um angehenden Pflegekräften einen besseren Unterricht zu ermöglichen“, so Prof. Wesselborg.

Die Studie knüpft an vorausgegangene Forschungsarbeiten der Partnerhochschulen an.