28. Mai 2021

Weltnichtrauchertag: Innovatives 3D-Verfahren schenkt Lungenkrebspatienten Hoffnung auf mehr Lebensqualität

Prof. Dr. med. Corinna Ludwig mit einer Patientin (Foto: Kaiserswerther Diakonie/F. Elschner, vor Corona aufgenommen)

Gudrun Schill, zertifizierte Rauchfrei-Trainerin, bietet das Rauchfrei-Programm am Florence-Nightingale-Krankenhaus an. (Foto: Kaiserswerther Diakonie/B. Engel-Albustin)

3D-Darstellung der Lunge ermöglicht individuelle gewebesparender Lungenchirurgie

• Welt-Nichtrauchertag am 31. Mai macht auf Gesundheitsschäden und Tote durch Tabakkonsum aufmerksam.
• Lungenkrebs-Patienten: innovative 3D-Rekonstruktion der Lunge ermöglicht individuelle gewebesparende Lungenchirurgie und höhere Lebensqualität nach dem Eingriff
• Rauchfrei-Programm unterstützt Raucher, die dauerhaft rauchfrei leben wollen

Düsseldorf, 28. Mai 2021. Am Weltnichtrauchertag am 31. Mai macht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedes Jahr auf den weltweiten Tabakkonsum und die durch Tabak verursachten Todes- und Krankheitsfälle aufmerksam. Allein an Lungenkrebs erkranken in Deutschland mehr als 57.000 Menschen jährlich. Etwa 500 Patientinnen und Patienten werden jedes Jahr in der Klinik für Thoraxchirurgie des zertifizierten Lungenkrebszentrum Düsseldorf-Kaiserswerth behandelt. Patienten mit einem Lungenkarzinom im Frühstadium werden hier bereits mittels individueller, gewebesparender Lungenchirurgie operiert, die für eine bessere Lebensqualität nach der Operation sorgt.   

„Bevor wir einen Lungenkrebs-Patienten operieren, erstellen wir eine dreidimensionale Rekonstruktion seiner Lunge. Dafür werden hochauflösende Computertomografie(CT)-Datensätze mittels spezieller 3D-Software in dreidimensionale Bilder umgerechnet und farblich dargestellt. Mit dieser hochaufgelösten, räumlichen Darstellung gewinnen wir präzisere anatomische Kenntnisse, über das Karzinom selbst sowie seine Lagebeziehung zu den chirurgisch und onkologisch relevanten Umgebungsstrukturen wie Pulmonalarterien, Bronchien oder Venen“, erklärt Prof. Dr. med. Corinna Ludwig, Chefärztin der Klinik für Thoraxchirurgie und stv. Leiterin des Lungenkrebszentrums Düsseldorf-Kaiserswerth, das neue Verfahren.

In vielen Fällen können Prof. Ludwig und ihr Team mittels der 3D-basierten segmentalen Thoraxchirurgie den erkrankten Teil der Lunge exakter bestimmen und gezielter entfernen als mit den seit Jahren etablierten Verfahren. „Gerade bei kleinen Tumoren genügt es oft, das betroffene Segment – das ist die kleinste anatomische Einheit der Lunge – zu entfernen statt des gesamten Lungenlappens. Statt 15 bis 25 Prozent entfernen wir mit der neuen, gewebeschonenden Methode lediglich 5 bis 7 Prozent des Lungengewebes. Dem Patienten bleibt ein deutlich größerer Teil seiner Lunge erhalten. Das sorgt für eine deutlich bessere Funktionalität und Lebensqualität“, erläutert die Chefärztin. 

Perspektive für Menschen mit Lungenkrebs

Von der präzisen und gewebeschonenden Schlüsselloch-Chirurgie profitieren nicht nur Patienten mit einer schlechten Lungenfunktion und Vorerkrankungen. Auch bei Menschen mit erneut aufgetretenem Lungenkrebs an anderer Stelle kann durch die erhaltene Lungenfunktion häufig eine erneute Lungenoperation durchgeführt werden.

„Noch in diesem Jahr werden Studienergebnisse aus den USA und Asien erwartet, die belegen, dass mittels der gezielten segmentalen Thoraxchirurgie die gleiche Überlebenswahrscheinlichkeit erreicht wird wie mittels der bisherigen Verfahren, die Lebensqualität nach dem Eingriff jedoch deutlich verbessert wird. Danach werden die Leitlinien unserer medizinischen Fachgesellschaften angepasst werden“, stellt Prof. Ludwig in Aussicht.

Rauchfrei-Programm unterstützt Raucher, die rauchfrei leben wollen

„Qualmst du noch? Ich hör' auf!" lautet das deutsche Motto des diesjährigen Weltnichtrauchertags am 31. Mai. Um Raucherinnen und Raucher zu unterstützen, die dauerhaft rauchfrei leben wollen, bietet Gudrun Korfmacher am Florence-Nightingale-Krankenhaus mehrmals jährlich das Rauchfrei-Programm an. Der Gruppenkurs ist vom IFT Institut für Therapieforschung und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) entwickelt worden. Er ist wissenschaftlich fundiert und bietet den Teilnehmenden professionelle Unterstützung. Bestandteil des Kurses ist der Besuch eines Informationsvortrags, der Rauchverhalten und Möglichkeiten der Tabakentwöhnung erläutert. Der Vortrag wird voraussichtlich ab Juli wieder montags von 15 bis 16 Uhr im Konferenzraum in der Eingangshalle angeboten. Der nächste Gruppenkurs „Das Rauchfrei Programm“ ist für August geplant.

Termine und weitere Informationen zum Lungenkrebszentrum Düsseldorf-Kaiserswerth sind auf www.florence-nightingale-krankenhaus.de zu finden.