17. April 2020

Mit akuten Beschwerden auch in Corona-Zeiten zum Arzt

Mediziner warnen vor gesundheitlichen Folgen

Düsseldorf, 17. April 2020. Mit Schwindel, Herzrasen und Bauchschmerzen zum Arzt oder in der aktuellen Situation lieber Zuhause auf Besserung warten? Den Blutdruck überprüfen lassen oder die Routine-Untersuchung aussetzen? Viele Patienten mit akuten Beschwerden oder Erkrankungen vermeiden in diesen Tagen aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus den Gang zum Hausarzt oder ins Krankenhaus. Mediziner beobachten dies mit zunehmender Besorgnis.

Bei plötzlich einsetzenden und sehr starken Schmerzen oder bei ernsthaften Vorerkrankungen, die akute Symptome aufweisen, sollten Patienten einen Arzt aufsuchen. Dies aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus nicht zu tun, wäre fatal und könnte schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben, weiß Martin Pin, Chefarzt der Notaufnahme am Florence-Nightingale-Krankenhaus. „Die Menschen müssen wissen, dass die regelrechte Notfallversorgung weiter besteht. Wir sind sehr gut organisiert, um Patienten unter Einhaltung aller Schutzmaßnahmen weiterhin bestmöglich und sicher zu versorgen.“

Der Notfallmediziner erklärt: Menschen, die leichte Beschwerden haben, sollten zunächst ihren Hausarzt oder die 116117 anrufen. Bei starken Beschwerden sollten sie jedoch nicht zögern die 112 anzurufen oder direkt in die Notaufnahme zu kommen. Doch wie kann man leichte von starken Beschwerden unterscheiden? Wichtig ist grundsätzlich, seinen Körper zu kennen und in sich hinein zu spüren, wie krank man sich fühlt. Wenn die Schmerzen vernichtend stark sind, man diese noch nie gespürt hat und sich zudem allgemein körperlich schlecht fühlt, sind das Alarmsignale, die man abklären lassen muss. „Erste Anzeichen für eine ernste Erkrankung zeigen sich oft durch starke Schmerzen, Herzrasen, Kreislaufschwäche, Ohnmacht, Schwindel aber auch Luftnot“, konkretisiert Pin. Vor allem bei Symptomen mit Verdacht auf einen Herzinfarkt oder Schlaganfall sollte man schnell handeln.

Der Appell der Experten vom Florence-Nightingale-Krankenhaus richtet sich auch an Eltern. Dr. med. habil. Bertram Reingruber ist Chefarzt der Klinik für Kinderchirurgie und rät zum Beispiel im Falle von starken Bauchschmerzen bei Kindern frühzeitig zum Arzt zu gehen. „Manchmal stecken dahinter beispielsweise nur Blähungen, aber im schlimmsten Fall kann es eine akute Blinddarmentzündung sein, die bereits sehr weit fortgeschritten ist.“ Auch wenn die Kinder nun wieder im Freien spielen und dabei schwer stürzen oder sich verletzen, sollten Eltern dies abklären lassen, um möglicherweise eine Gehirnerschütterung, Verrenkungen oder Knochenbrüche rechtzeitig zu behandeln. Gerade zu spät oder gar nicht behandelte Frakturen können langfristige Folgen für das Wachstum der Kinder haben und erhöhen das Risiko von Fehlstellungen oder Funktionseinschränkungen, verdeutlicht Dr. med. habil. Reingruber.

Vorstand und Krankenhausdirektor Dr. med Holger Stiller kann die Angst der Menschen, sich im Krankenhaus mit der Infektionskrankheit COVID-19 anzustecken, verstehen. Doch er betont, dass das Florence-Nightingale-Krankenhaus sehr gut organisiert ist, um auch in diesen Zeiten die Patienten bestmöglich und sicher zu versorgen: „Der Schutz der Patienten und Mitarbeitenden hat bei uns oberste Priorität. Auch deswegen haben wir unsere Serviceangebote digital ausgeweitet und angepasst. In der Geburtshilfe bieten wir nun virtuelle Kreißsaalführungen sowie Stillberatung per App. Auch können Patienten zum Beispiel in der Allgemein- und Viszeralchirurgie über eine Telefonsprechstunde Rücksprache mit den Ärzten zu nötigen OP-Indikationen halten.“

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Katharina Bauch
Stv. Pressesprecherin, Unternehmenskommunikation
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Die Kaiserswerther Diakonie ist seit der Gründung durch Pfarrer Theodor Fliedner und seine Frau Friederike im Jahre 1836 im Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesen tätig und zählt zu den großen diakonischen Unternehmen in Deutschland. Die rund 2.600 Beschäftigten bieten in der Region vielfältige Angebote für Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen an. Das Florence-Nightingale-Krankenhaus mit zwölf Fachkliniken, mehreren zertifizierten Zentren zur Behandlung von Patienten vor allem im Bereich der Familien- und Tumormedizin gehört ebenso dazu wie Altenhilfe- und Pflegeeinrichtungen, Angebote der Jugend- und Behindertenhilfe, verschiedene berufsbildende Schulen mit rund 1.900 Ausbildungsplätzen, die Fliedner Fachhochschule sowie das Fort- und Weiterbildungsinstitut Kaiserswerther Seminare. Auch die Kaiserswerther Buchhandlung, die Fliedner-Kulturstiftung mit Bibliothek, Archiv und dem ersten Pflegemuseum in Deutschland, die Hotel MutterHaus Düsseldorf GmbH sowie die Kaiserswerther Schwesternschaft mit 75 Mitgliedern zeigen die große Vielfalt.