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31.07.2018

Ambulant betreute Wohngemeinschaft für autistische Männer geht an den Start

Fachbereichsleiter Ulrich Schiebel ist Ansprechpartner für Bewohner und Angehörige der WG für autistische Männer. (Foto: KWD)

Düsseldorf, 1. August 2018. Der Einzug ist geschafft – für fünf junge Erwachsene aus dem Autismusspektrum beginnt damit ein neuer Lebensabschnitt. Die „Villa Rieger“ ist eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für junge Männer von 18 bis 25 Jahren, die alle einen frühkindlichen Autismus aufweisen. Daher benötigen sie eine intensive und umfassende Betreuung, die die Behindertenhilfe der Kaiserswerther Diakonie unter anderem mit einem 24-Stunden-Hintergrunddienst gewährleistet.

Nach und nach müssen noch ein paar Umzugskisten ausgepackt werden und die letzten Möbel finden ihren Platz in den Zimmern der Bewohner. Mit dem Einzug der beiden letzten Männer ist die Wohngemeinschaft nun komplett. Bereits Mitte Juni waren die ersten beiden Klienten in das Haus eingezogen. „Die Eingewöhnungszeit verlief viel entspannter als zunächst erwartet. Die jungen Männer haben die `Villa‘ schnell als ihr Zuhause akzeptiert und dort ihren Platz gefunden“, resümiert Ulrich Schiebel, Fachbereichsleiter der Intensiv-Versorgung in der Behindertenhilfe der Kaiserswerther Diakonie. Dass die Bewohner sich so schnell in der neuen Umgebung zu Hause fühlen, ist ein besonderer Erfolg. Denn normalerweise zeigen sich autistische Menschen bei neuen, ungewohnten Strukturen überfordert und können sehr angespannt reagieren. 

Ein mehrköpfiges multiprofessionelles Team steht den Bewohnern zur Seite. Die Betreuungs- und Pflegeleistungen orientieren sich dabei an den individuellen Bedarfen der einzelnen Klienten. Das erfordert eine umfassende Unterstützung.

Die fünf jungen Männer leben in einem Solitärgebäude auf dem Johannisberg. Jeder von ihnen hat ein eigenes Zimmer, dazu kommen drei Bäder sowie Gemeinschaftsräumer wie Küche, Wohn-, Ess- und Therapiezimmer. Zu dem Haus gehört auch ein großer Garten mit einer Terrasse. Durch die Nähe zum Stadtteil Kaiserswerth ist es gut an den öffentlichen Raum angebunden und bietet dennoch den nötigen Schutzraum für die jungen Erwachsenen.

Mit der „Villa Rieger“ startet die Behindertenhilfe der Kaiserswerther Diakonie einen neuen Arbeitsbereich „Wegen der intensiv benötigten Assistenz leben Menschen mit Autismusspektrum normalerweise in stationären Einrichtungen. Mit unserem Ansatz des ambulant betreuten Wohnens in eigener häuslicher Umgebung wollen wir erreichen, dass sich die Bewohner im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten, verselbstständigen und ein selbstbestimmtes Leben führen“, erklärt Projektleiter Ulrich Schiebel die Ziele der Arbeit.

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