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04.05.2016

Zu Gast im Berufskolleg: Staatssekretär lobt Schüler-Engagement zur Europawoche

Kostproben aus aller Welt konnten (v.l.) Staatssekretär Dr. Marc Jan Eumann und Schulleiterin Astrid Hofmeister probieren: Serife, Nicole, Denise und Konstantina boten türkischen Tee und Finderfood an. (Foto: Sergeij Lepke):

Düsseldorf, 4. Mai 2016. Über einen besonderen Besucher freuten sich jetzt die Schülerinnen und Schüler sowie Studierende im Berufskolleg der Kaiserswerther Diakonie: Dr. Marc Jan Eumann, Staatssekretär für Europa und Medien des Landes NRW, hat heute Mittag das Berufskolleg besucht. Die Schule hatte an dem vom Land NRW ausgelobten Wettbewerb mit dem Projekt „Migration an meiner Schule - Wege zu einer professionellen Handlungskompetenz“ zur Europawoche 2016 teilgenommen und war als eine von zwei Schulen in Düsseldorf prämiert worden.

„Ist Herr Asgari hier“, fragte der Staatssekretär zum Auftakt seines Grußwortes. Ein Raunen ging durch die Pausenhalle. Nach kurzer Zeit kam ein Schüler nach vorne zu ihm auf die Bühne. Dr. Eumann brachte schnell die Erklärung: Er hatte in der Ausstellung, die die Schülerinnen und Schüler vorbereitet hatten, gelesen, dass sich der 33-Jährige in seiner Freizeit für afghanische und iranische Flüchtlinge engagiere, da er selbst als Iraner persisch spreche. Der Staatssekretär bedankte sich bei ihm, stellvertretend für das Engagement all derer, die bei der Flüchtlingsarbeit helfen. Er betonte, dass jeder bestimmte Kompetenzen habe, die er zum Thema Integration einbringen könne und wie wichtig es sei, sich für Europa stark zu machen und in die Politik einzubringen – egal ob als Wähler oder Gewählter.

Im Anschluss führte ihn Schulleiterin Astrid Hofmeister durch die Ausstellung. Welche Rolle spielt Migration an meiner Schule und in meinem sozialpädagogischen Arbeitsfeld? Wie engagiere ich mich? Wer betreut Flüchtlinge in meiner Stadt? Wer sind eigentlich „diese Flüchtlinge“? Das ist ein Ausschnitt der Fragen, mit denen sich die jungen Erwachsenen in ihrer Ausstellung beschäftigt hatten. Auf Schautafeln und in Beiträgen zeigten die sie ihre Ergebnisse von zwei Tagen Projektarbeit.

Dr. Marc Jan Eumann, Staatssekretär für Europa und Medien des Landes NRW: „Ich finde es großartig, mit welchem Engagement sich die Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs der Kaiserswerther Diakonie mit dem Thema Flüchtlinge in ihrem unmittelbaren Umfeld befasst haben. Das verdient Anerkennung und deshalb ist dieses Projekt im Rahmen des Wettbewerbs Europawoche 2016 zu Recht ausgezeichnet worden.“

Astrid Hofmeister, Leiterin des Berufskollegs der Kaiserswerther Diakonie, freute sich über den Besuch aus dem Ministerium: „Besser können wir unseren Schülerinnen und Schüler die Flüchtlingsthematik in Europa nicht begreifbar machen als durch die Auseinandersetzung mit aktuellen politischen Themen. Wenn die jungen Erwachsenen verstehen, wie Migration ihren Alltag bestimmt, haben sie Interesse daran, sich selbst einzubringen und nach Lösungen zu suchen oder zu fragen", erläuterte die Schulleiterin die Motivation.

Dass der Ansatz funktioniert, zeigten die anschließenden Gespräche: Die Schülerinnen und Schüler hatten sich mehrere Fragen überlegt, die sie dem Staatssekretär stellten. Zum Beispiel, welche Maßnahmen die Politik plane, um den Geflüchteten einen leichten Einstieg in die Gesellschaft und in das Berufsleben zu ermöglichen. 

Das Berufskolleg der Kaiserswerther Diakonie ist eine der ältesten Erzieherinnenschulen Deutschlands und bietet Bildungsgänge in Sozialpädagogik, Kinderpflege und Heilerziehungspflege. In den vergangenen Jahren hat sich das Profil zu einer immer bewussteren Europäisierung verändert. Dies geht einher mit dem Beschluss aus dem Jahr 2013, „Europaschule“ zu werden. Die Kaiserswerther Diakonie besteht in diesem Jahr seit 180 Jahren. Der Gründer, Theodor Fliedner, bildete bereits von Beginn an junge unverheiratete Frauen unter anderem in der Kinderziehung aus.