Stille Geburt am Florence-Nightingale-Krankenhaus

Auf große Freude trifft manchmal der größte Schmerz: Eine Frau wird schwanger, die ganze Familie freut sich auf den angekündigten kleinen Menschen - und dann endet die Schwangerschaft mit dem Tod des Kindes statt mit dem ersehnten neuen Leben.

Was man am liebsten weit von sich schieben möchte, geschieht gar nicht mal so selten. Etwa jede dritte Schwangerschaft endet mit einer Fehl- oder Totgeburt, weil das Kind nicht lebensfähig ist. Für Eltern und nahe Familienangehörige ist das ein Schock.

Projekt "Stille Geburt"

Damit die Familien in dieser Ausnahme-Situation nicht allein gelassen werden, hat das Florence-Nightingale-Krankenhaus gemeinsam mit der Stiftung Kinder- und Jugendhospiz Regenbogenland im März 2020 das Projekt "Stille Geburt" ins Leben gerufen. Zwei erfahrene Hebammen wurden zu professionellen Begleiterinnen bei stillen Geburten ausgebildet und stehen zusammen mit dem evangelischen Krankenhaus-Seelsorger den betroffenen Familien in dieser belastenden Situation zur Seite. Auf Wunsch kann auch eine Psychologin oder ein Psychologe dazu gerufen werden.

Begleitung mit Zeit

Den frühen Tod der sogenannten Sternenkinder kann das Stille-Geburt-Team nicht abwenden, aber es kann Rahmenbedingungen schaffen, die den Eltern ohne Zeitdruck einen würdigen Abschied von ihrem Kind ermöglichen. Deshalb versuchen die Mitarbeiterinnen zu allererst, das Tempo nach der Diagnosestellung herauszunehmen. Das soll den Eltern Zeit zum Durchatmen, Sich-Sammeln und Realisieren der Situation geben, damit sie genügend Kraft für den weiteren Weg haben.

Bewusste Trauer statt sprachlosem Schmerz

Nach der Geburt des Kindes bekommt die Familie Zeit, Erinnerungen zu schaffen: Fotos und Videos, Hand- und Fußabdrücke und vor allem Momente der Nähe beim Einhüllen in eine Decke, beim Im-Arm-Halten und Kuscheln. Mithilfe einer kleinen Wasserwanne oder einer Kühlmatratze ist es möglich, das Neugeborene bis zu 3 Tage noch im Familienzimmer zu lassen.

Realisieren, nicht verdrängen. Trauern, aber nicht verzweifeln. Bei diesem Prozess möchten alle Beteiligten am Projekt „Stille Geburt“ die Eltern so gut es geht unterstützen.

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