28. April 2017

Maryam kann wieder laufen

Bildzeile (Foto: Frank Elschner): OP_Nothilfefonds_Fußchirurgie.jpg: Mit Spendengeldern der Förderstiftung konnten Dr. med. Daniel Frank (l.) und Prof. Dr. med. Jutta Liebau (r.) die kleine Maryam aus Afghanistan erfolgreich operieren. Sie freuen sich gemeinsam mit den Pflegekräften, dass sie dem Mädchen helfen konnten.

Nothilfefonds ermöglicht kleinem Mädchen ein normales Leben

Düsseldorf, 28. April 2017. Maryam ist fünf Jahre alt, im Mai wird sie sechs. Dann geht für das Mädchen aus Afghanistan das Leben erst wieder richtig los, denn endlich wird sie wieder das können, was für Kinder normal ist: laufen, hüpfen, rennen. Das ist den Ärzten des Florence- Nightingale-Krankenhauses zu verdanken, die das Mädchen in Düsseldorf operiert haben. Mit Spenden aus dem Nothilfefonds der Förderstiftung der Kaiserswerther Diakonie wurde die kleine Maryam in der Kaiserswerther Diakonie behandelt. Über das Friedendorf International in Oberhausen kam sie Anfang 2016 nach Deutschland.

Maryam hat in ihrer Heimat schwerste Verbrennungen am Bein erlitten. Das linke Bein war vom Oberschenkel bis zum Fuß stark vernarbt und der Fuß kaum noch als solcher zu erkennen. Maryam stammt aus einem Hüttendorf in Afghanistan, in dem offene Feuerstellen an der Tagesordnung sind. Drei Jahre ist es her, dass sie in das Feuer gesprungen war und sich dabei schwer verbrannt hatte. „Die Narbe hat so stark an dem Fuß gezogen, dass die Knochen, Sehnen und Zehen nicht mehr gewachsen sind“, erläutert Dr. med. Daniel Frank, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Handchirurgie. Dadurch hatte das Mädchen einen stark deformierten Fuß und war nicht mehr in der Lage aufzutreten.“

Dr. Frank ist Experte, wenn es um das Thema Fußchirurgie bei Erwachsenen und Kindern geht – seine Klinik ist seit Anfang des Jahres als Zentrum für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie durch ClarCert zertifiziert. Der Spezialist hat das Mädchen zusammen mit dem Team der Plastischen Chirurgie um Chefärztin Prof. Dr. med. Jutta Liebau operiert. Die Narben wurden gelöst, Gewebeverschiebungen und Hautverpflanzungen durchgeführt, um die durch die Narbenkontrakturen bedingte stark eingeschränkte Beweglichkeit des Sprunggelenkes zu verbessern. „Danach haben wir die Sehnen verlängert und den Fuß wieder in die richtige Stellung gebracht. Alle zehn Gelenke des Mittelfußes wurden dafür mit Drähten fixiert und drei Wochen später wieder entfernt“, berichtet Frank, so dass der Fuß jetzt wieder normal belastet werden kann. Maryam hat eine Orthese bekommen, eine Schiene, die sie noch zwei Jahre lang tragen wird. Die Aussichten sind gut: „Die Zehen werden wieder wachsen. Sicherlich wird der Fuß nie mehr aussehen wie früher, aber das Mädchen kann wieder normal laufen und sogar Schuhe tragen“, freut sich Dr. Frank.

Die Kaiserswerther Diakonie ist bei ihrer Hilfe für Kinder aus Krisen- und Kriegsgebieten auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Mit Spenden aus dem Nothilfefonds der Förderstiftung wird die Behandlung von Kindern ermöglicht. So konnte die Kaiserswerther Diakonie seit 2014 allein 16 Kindern helfen, wieder ein normales Leben in ihrem Heimatland zu führen. Weitere Informationen rund um das Thema „Spenden und Helfen“ unter www.kaiserswerther-diakonie.de/spenden

Weiterführende Infos:
Das Spezialgebiet Fußchirurgie:
Die Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Handchirurgie der Kaiserswerther Diakonie ist als Zentrum für Fußund Sprunggelenkchirurgie durch ClarCert ausgezeichnet. Die Zertifizierung bescheinigt geschultes und fortgebildetes Personal in den Bereichen Pflege, Physiotherapie und OP sowie erfahrene Operateure, deren Qualität durch die Deutsche Assoziation für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie (DAF) im Rahmen von Fortbildungskursen regelmäßig überprüft wird. Etwa 1.000 Füße operiert Dr. Frank mit seinem Team jährlich. Weitere Infos unter www.florence-nightingale-krankenhaus.de/orthopaedie

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Die Kaiserswerther Diakonie ist im Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesen tätig und bietet Dienstleistungen für Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen und Situationen an. 1836 von Theodor und Friederike Fliedner in Düsseldorf-Kaiserswerth gegründet, zählt die Kaiserswerther Diakonie mit rund 2.400 Beschäftigten zu den großen diakonischen Unternehmen in Deutschland. Das Florence-Nightingale- Krankenhaus mit mehr als 600 Betten in zwölf Fachkliniken gehört ebenso dazu wie Altenhilfe- und Pflegeeinrichtungen, Angebote der Jugend- und Behindertenhilfe, verschiedene berufsbildende Schulen mit rund 1.900 Ausbildungsplätzen, die Fliedner Fachhochschule Düsseldorf, ein umfangreiches Weiterbildungsangebot der Kaiserswerther Seminare, eine Buchhandlung, die Fliedner-Kulturstiftung mit Bibliothek, Archiv und dem ersten Pflegemuseum in Deutschland, die Hotel MutterHaus Düsseldorf.