Intensivpädagogische Angebote

Foto: Frank Elschner

Die deutliche Zunahme von Kindern und Jugendlichen mit hochkomplexen Auffälligkeiten erfordert ein spezialisiertes Fachwissen und ein interdisziplinäres Agieren von Fachkräften und Fachdiensten über Systemgrenzen hinaus.

Mit unseren beiden intensivpädagogischen-therapeutischen Erziehungshilfeangeboten für traumatisierte und delinquente Jungen – „Gut Rosendahl“ im Münsterland und dem „Borgardtshof“ am Niederrhein – realisieren wir zielgruppenorientierte Hilfe für Jugendliche, bei denen andere erzieherische Interventionen gescheitert sind.

Die Kinder und Jugendlichen der Zielgruppe zeigen eine sich chronifizierende Tendenz zu autoaggressiven, aggressiven und dissozialen Handlungen. Sie reagieren nicht auf Parallelinterventionen verschiedener Professionen, haben keine oder nur eine geringe Einsicht in das individuell und sozial beeinträchtigende Ausmaß ihres Verhaltens und sprengen die Hilfesysteme. Häufig führt diese Dynamik dazu, dass diese Kinder und Jugendlichen an andere Institutionen weitergereicht werden und zwischen verschiedenen Hilfesystemen hin und her wechseln.

Erziehung und Therapie in Kombination

Wirkungsorientierte therapeutische und erzieherische Ansätze berücksichtigen vor allem die vielfältigen Faktoren, die das auffällige Verhalten der Kinder und Jugendlichen verursacht haben oder begünstigen. Sie setzen auf multiprofessionell aufeinander abgestimmte Interventionen mit langfristiger Perspektive.

In unseren stationären intensivpädagogischen- therapeutischen Erziehungshilfeangeboten konzentrieren wir uns auf die Besonderheiten und Bedürfnisse der Zielgruppe und integrieren psychotherapeutische Interventionen und schulische Bildung in den erzieherischen Alltag. 

Setting und Interventionen

Gerade die ländlichen Standorte ermöglichen die Überschaubarkeit von Prozessen und Abläufen, erhöhen die Hürden bei Ausweichtendenzen und bieten viel Freiraum zum Spielen, für Sport, zur erlebniszentrierten Freizeitgestaltung sowie für den Umgang mit Tieren und Natur.

Weitere besondere Merkmale sind

  • interdisziplinäres Know-how
  • kooperatives und systemübergreifendes Agieren mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Polizei und weiteren Hilfesystemen
  • hochgradige Personalpräsenz (1:1)
  • klare Regeln und Strukturen
  • konstante und belastbare Beziehungsangebote (u.a. spezielles Coaching-System)
  • integrierte Psychodiagnostik
  • spezielle Schulintegrationsmodelle
  • aktive Einbeziehung der Eltern

Aushalten und gehalten werden

Wir verstehen sozial destruktive Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen als einen Ausdruck ihrer Kompetenz, um in und mit ihrer Welt zurecht zu kommen. Die damit verknüpfte Herausforderung für das unmittelbare Umfeld und die Fachkräfte nehmen wir mit Überzeugung an: wir halten aus, geben Halt und Orientierung!

Dazu gehört ein attraktiver Lebensort mit klarem Regelwerk, viel Platz für Entdeckung, Sport und Toben, tragfähige Beziehungen, die von persönlicher Verbindlichkeit und Verantwortung geprägt sind sowie Humor, damit Entwicklung und Mitwirkung möglich werden.