Das Problem
Bei der Gynäkomastie ist die männliche Brustdrüse vergrößert ähnlich einer weiblichen Brust. Meist ist die Veränderung beidseitig, es kann jedoch auch zu einer einseitigen Gynäkomastie kommen.
Im Jugendalter, während der Pubertät, ist die Gynäkomastie bei vielen Knaben zu finden und nicht krankhaft. Sie betrifft fast jeden zweiten Jugendlichen. Meist findet eine spontane, komplette Rückbildung der Pubertätsgynäkomastie statt.
Bei erwachsenen Männern tritt eine Gynäkomastie ebenfalls sehr häufig auf. Oft bleibt die Ursache im Unklaren. Mögliche Ursachen sind eine veränderte Leberfunktion, die Einnahme östrogenhaltiger Medikamente, wodurch die Balance zwischen männlichen und weiblichen Hormonen ins Ungleichgewicht gerät. In einzelnen, seltenen Fällen kann ein Tumor die Gynäkomastie verursachen.
Bei gravierendem Übergewicht sollte vor einer Operation zunächst durch diätetische und sportliche Maßnahmen eine Gewichtsreduktion mit möglicher Verminderung der Gynäkomastie angestrebt werden. Ist die Gynäkomastie Folge übermäßigen Alkohol- oder Marihuanagenusses oder auf den Gebrauch anaboler Steroide zur Figurveränderung zurückzuführen, ist ebenfalls eine Veränderung des verursachenden Verhaltens ratsam.
Vor der Operation die Information!
Vor jeder chirurgischen Behandlung steht die Abklärung der Ursachen für eine Gynäkomastie. Eine Untersuchung durch einen z.B. Urologen ist sinnvoll.
Eine umfassende Aufklärung des Patienten über den geplanten Eingriff und seine Risiken durch den behandelnden Arzt erfolgt im Beratungsgespräch. Es kann für Sie hilfreich sein, sich Ihre Fragen vorher zu notieren. Scheuen Sie sich nicht, alles zu fragen, was Sie interessiert. Informieren Sie sich, gegebenenfalls telefonisch oder bei einem weiteren Vorbesprechungstermin, wenn Probleme offen geblieben sind.
Die Einverständniserklärung dokumentiert Namen und Geburtsdatum des Patienten (sowie des Erziehungsberechtigten, wenn die Volljährigkeit noch nicht erreicht ist), Art der Behandlung und alle angesprochenen Komplikationen. Mit Ihrer Unterschrift wird gewährleistet, dass Sie die entsprechende Aufklärung erhalten haben und mit Ihrer Behandlung oder der Ihres Kindes unter Kenntnis der allgemeinen und besonderen Risiken einverstanden sind.
Was ist vor der Operation zu beachten?
Sie sollten gerade vor einem geplanten operativen Eingriff möglichst in optimaler gesamtgesundheitlicher Verfassung sein. Schränken Sie bitte Nikotin- und Alkoholkonsum auf ein Minimum ein. Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein, besprechen Sie die Einnahme im Detail mit Ihrem Operateur. Außerdem sollten Sie mindestens 14 Tage vor dem Eingriff kein Aspirin oder aspirinhaltige ähnliche Medikamente einnehmen.
Welche Risiken hat eine Brustkorrektur bei Gynäkomastie?
Komplikationen sind selten und in der Regel für ein dauerhaft gutes Ergebnis unbedeutend. Dennoch gibt es bei jeder Operation allgemeine Risiken, die durch die Operation selbst bedingt sind, und spezifische Komplikationen, die mit der Eigenheit des Eingriffs verbunden sind.
In einzelnen Fällen kann es trotz sorgfältigster Operationstechnik zu unschönen Narben, Farbveränderungen der Haut im operierten Bereich und zu Reliefverformungen der Brust oder auch Verziehungen der Brustwarzen kommen. Durch Korrekturoperationen können diese unerwünschten Veränderungen jedoch meist gut ausgeglichen werden.
Unerwünschte Reaktionen auf die Narkose sind heutigentags extrem selten, können aber vorkommen und müssen daher an dieser Stelle genannt werden. So kann das Narkosemittel selbst zu Unverträglichkeitsreaktionen führen, die jedoch in der Regel gut beherrschbar sind.
Insgesamt gesehen ist die operative Korrektur der Gynäkomastie eine komplikationsarme Operation mit einem hohen Grad an Effizienz und Sicherheit.
Wie läuft die Operation ab?
Die Operationsdauer beträgt in der Regel eine bis anderthalb Stunden. Größere Eingriffe können im Einzelfall auch länger dauern.
Vermehrtes Brustdrüsengewebe wird chirurgisch entfernt. Diese Exzision kann allein oder in Verbindung mit einer Fettabsaugung (Liposuktion/UAL, s.u.) erfolgen. Über kleine Hautschnitte am Rand oder quer durch die Brustwarze wird das überschüssige Brustdrüsengewebe in Verbindung mit überschüssigem Fett und Haut entfernt. Sind größere Gewebsmengen zu entfernen, sind die Einschnitte in die Haut in der Regel auch ausgedehnter. Wird zusätzlich zur optimalen Konturierung der Brust eine Fettabsaugung vorgenommen, kann die erforderliche Kanüle zur Absaugung von Fettgewebe durch die vorhandenen Hautschnitte oder aber über kleine Schnitte im Bereich der seitlichen Unterbrustfalte oder Achselhöhle eingeführt werden.
Die Ultraschall-Assistierte Aspirationslipektomie (UAL) verwendet eine besondere Kanüle mit der Fähigkeit, Ultraschallenergie vor Ort im Fettgewebe abzugeben, um die Fett- und Drüsenzellen zu sprengen, worauf das verflüssigte Fett wie in der traditionellen Technik abgesaugt wird. Das Einsatzgebiet der UAL liegt bei der Entfernung von Fett aus Gebieten mit viel Bindegewebe wie dem oberen Rücken oder der männlichen Brust. Ein weiterer Vorteil liegt in dem zusätzlichen Straffungseffekt der Ultraschallenergie auf die Haut.
Wenn vorwiegend eine Formierung von Fettgewebe vorliegt, kann eine Behandlung durch die Fettabsaugung allein angezeigt sein. Die hierfür notwendigen Hautschnitte werden an den zuvor beschriebenen Stellen gesetzt.
Im Fall einer Kombinationsbehandlung aus Fettabsaugung und chirurgischer Ausschneidung wird vorzugsweise im ersten Schritt die Saugung erfolgen und im zweiten, darauf folgenden Schritt die Ausschneidung des Restbrustdrüsenkörpers. Üblich ist das Einlegen einer Drainage in das Operationsgebiet zum leichteren Abfluss von Wundsekret. Zusätzlich dient die Anlage eines straffen Verbandes zur besseren Fixierung der neuen Gewebskontur der Brust.
Bei sehr ausgeprägter Gynäkomastie kann nach der Korrektur der Fall eintreten, dass die Haut nicht mehr über die neue Brustkontur passt. Dann wird überschüssige Haut entfernt und die verbleibende Haut fest an die neue Brustkontur angelegt.
Was ist nach der Operation zu beachten?
Leichte Schmerzen und ein Ziehen im Wundgebiet sind in den ersten Tagen nach der Operation normal. Solche postoperativen Beschwerden lassen sich durch wirksame Medikamente jedoch gut behandeln. Der Verband sollte selbstverständlich genau gemäß der Anweisung des Arztes getragen werden. Hautnähte werden nach Ablauf von etwa 7 bis 10 Tagen entfernt.
Schwellungen und Blutergüsse können am Anfang relativ stark sein. Daher ist es üblich eine elastische Kompressionsweste für sechs Wochen kontinuierlich unter der normalen Kleidung anzulegen. Die Schwellungen gehen in den ersten Wochen meist sehr gut zurück, das endgültige Ergebnis ist allerdings erst nach Ablauf von mindestens drei Monaten zu sehen.
An Ihren Arbeitsplatz können Sie in der Regel nach ein bis zwei Tagen zurückkehren, immer vorausgesetzt, Sie fühlen sich bereits fit genug. Anstrengende sportliche Aktivitäten sollten Sie in den ersten drei Wochen meiden. Auch in der Folgezeit sollten Sie zunächst auf Sport verzichten, bei welchem die Brust leicht verletzt werden kann.
Sonnenbestrahlung Ihrer Narben sollten Sie sechs Monate lang strikt vermeiden, um die Gefahr von Pigmentstörungen der Haut im Narbenbereich zu bannen. Falls eine Sonnenexposition unvermeidlich ist, sollten Sie Cremes mit maximalem Lichtschutzfaktor verwenden.
Ihr neues Aussehen
Bei richtiger Indikationsstellung und realistischer Erwartung sind die allermeisten Patienten sehr zufrieden und glücklich mit der maskulinen Brustkontur als Ergebnis der Operation. Das gute Ergebnis ist im Allgemeinen dauerhaft
Kann eine Brustkorrektur bei Gynäkomastie wiederholt werden?
In seltenen Fällen kann eine Gynäkomastie z.B. unter Medikamenteneinnahme wieder auftreten. Dann ist es in der Regel kein Problem, die Brustkorrektur zu wiederholen. Regelmäßige Kontrollen helfen eventuelle Komplikationen frühzeitig aufzudecken und zu behandeln. Falls Probleme auftreten, kann im Einzelfall abgewogen werden, welche korrigierenden Maßnahmen ergriffen werden.
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