Kaiserswerther Diakonie
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Florence-Nightingale-Krankenhaus

Klinik für Plastische Chirurgie: Ästhetische Chirurgie

Brustvergrößerung/Mammaaugmentation

Die Form und Größe der Brust ist für viele Frauen ein wesentlicher Teilaspekt ihres Selbstbewusstseins. Manche Frauen leiden unter einer entweder genetisch bedingten oder nach dem Stillen oder im Rahmen einer Gewichtsabnahme entstandenen in Relationen zu ihrem Körperbild zu kleinen Brust. Dies führt zwar nicht zu körperlichen Problemen, der psychische Druck kann aber erheblich sein. Die Betroffene fühlt sich nicht als vollwertig und ist in ihrem persönlichen Umfeld und in ihrer Sexualität beeinträchtigt.
Die als zu klein empfundene Brust kann dem Körperbild angepasst werden. Dabei sind unterschiedliche Erwartungen und Vorstellungen zu berücksichtigen. Die meisten Frauen wünschen sich eine natürliche, zu ihren Proportionen passende Brust. Andere wünschen sich eine große Brust, wobei aus operationstechnischen und medizinischen Gründen und im Hinblick auf die ggf. in der Folge auftretenden Komplikationen nicht jedes Anliegen berücksichtigt werden kann und darf.

Durch den Volumenausgleich  kann auch bei einer schlaffen, hängenden Brust in der Regel ein gutes Ergebnis erreicht werden, da der Hautmantel bereits vorgedehnt ist. Manchmal ist zusätzlich für ein optimales Ergebnis eine Hautstraffung erforderlich. Bei asymmetrischen Brüsten ist die Brustaugmentation ein geeignetes Mittel zur Korrektur der Körperkontur.

Es ist  zu beachten, dass jedes Implantat bei genauer Untersuchung und bei einem dünnen Hautweichteilmantel, also bei besonders schlanken Patientinnen, tastbar sein kann.

Welche Implantate gibt es?

Alle handelsüblichen Implantate bestehen aus einer Hülle aus Silikon. Der Inhalt der Implantate kann variieren. So gibt es beispielsweise mit Kochsalzlösung gefüllte Silikon-Prothesen. Da allerdings auch die beste Silikonhülle teildurchlässig ist, beobachtet man hierbei nicht selten ein Schrumpfen der Prothese bis zu 10% pro Jahr durch den Flüssigkeitsaustritt. Von Hydrogelprothesen weiß man inzwischen, dass sie schnell zur Verhärtung neigen und ausgetauscht werden sollten. Soja-Öl Prothesen („Trilucent“) werden nicht mehr verwendet. Diese sind wegen eines erhöhten Krebsrisikos und starker Entzündungsreaktionen vom Markt genommen worden. Frauen, die diese Prothesen tragen wurden weltweit aufgefordert, sie ersetzen zu lassen. Titanbeschichtete Implantate werden auf Grund unzureichender Erfahrungen vorerst nicht angeboten.
In unserer Klinik werden Implantate mit einem festen Silikongel verwendet. Dieses führt auch bei defekter Prothesenwand nicht zum Auslaufen von Silikon in die Umgebung. Außerdem besitzen die Prothesen eine mehrschichtige Prothesenwand. Eine mikrotexturierte Oberfläche vermindert das Risiko der sogenannten Kapselfibrose.
Von diesen Prothesen steht eine große Auswahl verschiedener Größen und Formen von unterschiedlichen Firmen zur Verfügung.

Ist Silikon schädlich:

Silikon ist anders als oftmals propagiert für den Körper nicht schädlich. Eine krebsfördernde oder Rheuma auslösende Eigenschaft ist in keinem Fall nachgewiesen. Auch eine Schädigung des Immunsystems ist wissenschaftlich nicht belegt. Bei inzwischen über 1 Millionen Frauen wurde die Wirkung von Silikon auf den Organismus untersucht. Silikon ist damit einer der best untersuchtesten Stoffe in der Medizin. So nehmen wir alle beispielsweise  Silikon auch über die Nahrung zu uns, ohne dass es einen nachgewiesenen negativen Einfluss auf die Gesundheit hat.
Die Silikonimplantate sind im Bezug auf die Konsistenz und Formenvielfalt den anderen Implantaten überlegen. Durch die Entwicklung eines festen Gels (cohaesiv) können die Implantate nicht mehr auslaufen und es ist einfacher geworden, eine stabile, anatomische Form nachzuahmen.

Risiken der Brustvergrößerung:

Brustvergrößerungen sollten zur Verringerung der Komplikationsrate durch einen qualifizierten Facharzt für Plastische Chirurgie durchgeführt werden. Trotzdem gibt es bei jeder Operation allgemeine und spezielle Komplikationen, über die die Patientinnen aufgeklärt werden müssen. Ein Problem nach einer Brustvergrößerung ist die sogenannte Kapselfibrose. Jeder Fremdkörper, der in den Körper eingebracht wird, wird vom Körper als solcher erkannt und von einer bindegewebigen Hülle umschlossen.  Normalerweise ist diese Hülle zart und nicht tastbar. Manchmal kommt es erst nach Jahren  zu einer Verhärtung und sogar Verkalkung dieser Kapsel, sodass sich das Implantat in der Kapsel verformt. Dieser Vorgang ist manchmal mit Schmerzen und ästhetischer Beeinträchtigung verbunden und wird als Kapselfibrose bezeichnet.  Ist dies der Fall, sollte das Implantat gewechselt und die Kapsel entfernt werden.  Durch die Verbesserung der Operationstechnik und des Prothesenmaterials tritt heute eine Kapselfibrose nur noch in ca. 1,7% der Fälle auf.
Bei jeder Operation kann es zu Blutergüssen und Schwellungen kommen, die in gewissem Rahmen normal sind.  Eine Nachblutung muss operiert werden. Zum Ablauf von Wundwasser und Blut werden häufig Drainageschläuche eingebracht, die nach wenigen Tagen  wieder entfernt werden können. Sehr selten kommt es zu Infektionen, die durch gezielte Antbiotikatherapien und ggf. erneute Operationen meist erfolgreich behandelt werden können. Wundheilungsstörungen sind bei Nebenerkrankungen wie z. B. Diabetes mellitus oder bei starken Raucherinnen selten zu beobachten. Vorübergehend kann es zu Gefühlsstörungen der Haut an der Brust und auch der Brustwarze kommen, diese gehen aber meist innerhalb der ersten drei Monate zurück.
Die Stillfähigkeit ist durch die Operation nicht beeinträchtigt.
Mammographien im Rahmen der Krebsvorsorge können durch das Implantat erschwert auszuwerten sein, sind aber dennoch empfehlenswert.
Bei den modernen Implantaten ist ein routinemäßiges Austauschen nicht erforderlich. Durch äußere Gewalteinwirkung und Verschleiß kann es in seltenen Fällen dennoch zum Zerreißen des Implantates kommen, welches dann ausgewechselt werden sollte.

Was ist vor der Operation zu bedenken:

Sie sollten die Operation gesund antreten und sich körperlich fit fühlen. Schränken Sie Ihren Alkoholkonsum ein und hören Sie mit dem Rauchen auf. Zehn Tage vor der Operation sollten keine blutverdünnenden Medikamente wie z. B. Aspirin eingenommen werden. Planen Sie sieben bis zehn Tage ein, in denen Sie körperlich noch eingeschränkt sind. Sport sollte für sechs Wochen nach der Operation unterlassen werden.

Wie verläuft die Operation:

Üblicherweise ist ein kurzstationärer Aufenthalt vorgesehen (1 bis 4 Tage).  Meist wird die Brustvergrößerung in Vollnarkose vorgenommen. Alternativ kann  der Eingriff auch in einem sogenannten Dämmerschlaf  in Verbindung mit einer Lokalanästhesie durchgeführt werden. Hierbei erhalten Sie zusätzlich zur örtlichen Betäubung Schlaf- und Beruhigungsmittel, sind aber während der gesamten Operation ansprechbar.
Die Operationszeit beträgt ungefähr 60 bis 90 Minuten. Der Hautschnitt wird meist in der Brustumschlagsfalte gewählt, da er hier die höchste Sicherheit bietet. Er ist ca. 4-6 cm lang. Es ist auch ein Zugang am Brustwarzenrand möglich. Durch den Hautschnitt erfolgt dann die Präparation der Implantathöhle, diese wird auf oder unter dem Brustmuskel gewählt. Ist der Hautweichteilmantel sehr dünn, bietet der Muskel eine zusätzliche Schutzschicht über dem Implantat. Sportlich aktive Patientinnen können sich durch ein unter dem Muskel sitzendes Implantat eingeschränkt fühlen. Hier ist eine individuelle Beratung erforderlich. Die korrekte Lage der Implantate wird während der Operation durch das Aufsetzen der Patientin überprüft.

Nachbehandlung:

Nach der Operation wird ein BH mit einem Gurt angepasst. Der BH soll für sechs Wochen, der Gurt oberhalb der Brust für zwei Wochen Tag und Nacht getragen werden, um ein Verrutschen oder Verdrehen der Implantate zu verhindern. Ebenso soll die ersten zwei Wochen lang nicht auf dem Bauch geschlafen werden.
In den ersten Tagen nach der Operation  leiden die Patientinnen oft unter einem Spannungsgefühl und bewegungsabhängigen Schmerzen in der Brust. Schmerzlindernde Medikamente werden von der Klinik zur Verfügung gestellt. Die in der Operation eingebrachten Drainagen können meist wenige Tage nach der Operation entfernt werden. Zum Wundverschluss wird selbstauflösendes Nahtmaterial eingebracht, sodass keine Fadenentfernung erforderlich ist. Die Narben sind anfänglich gerötet, blassen aber im Laufe der Zeit ab. Sie sind mindestens sechs Monate vor Sonne zu schützen, um Verfärbungen zu vermindern.

Nach Ablauf der Wundheilung gibt es keinerlei körperliche Einschränkungen. Sport, Tauchen, Fliegen, Sauna, Mammographie, Massage... sind genauso wie vor der Operation möglich.

Bei richtiger Indikationsstellung und realistischer Erwartungshaltung sind die meisten Frauen sehr zufrieden mit dem postoperativen Ergebnis und beginnen „ein neues Leben“.
Wir  sehen unsere Patientinnen gerne nach drei Monaten und nach einem Jahr erneut zur Verlaufskontrolle  in unserer Sprechstunde.

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