Kaiserswerther Diakonie
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Unsere Arbeitsbereiche
Florence-Nightingale-Krankenhaus

Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie

Schmerztherapie

In unserer Schmerzklinik werden sowohl Patienten mit akuten als auch chronischen Schmerzen betreut. Bei der Chronifizierung hat der Schmerz seine ursprüngliche protektive, also schützende Funktion verloren. Da biologische, psychische und soziale Einflussfaktoren eine Rolle spielen ist die Behandlung chronischer Schmerzen eine interdiziplinäre Aufgabe.

Schmerztherapie  umfasst die  gebietsbezogene Diagnostik und Therapie chronisch schmerzkranker Patienten, bei denen der Schmerz seine Leit- und Warnfunktion verloren und einen selbständigen Krankheitswert erlangt hat.

Schmerzformen

Folgende Krankheitsbilder werden im Rahmen der Schmerztherapie behandelt

Kopfschmerz: Migräne
Cluster-Kopfschmerz
Spannungskopfschmerz
Gesichtsschmerz: Trigeminusneuralgie
atypischer Gesichtsschmerz
Rückenschmerzen: Zervicobrachialgie
Zervicocephalgie
BWS-Syndrom
Kreuzschmerz
Lumboischialgie
Ischialgie
Piriformissyndrom
Kokzygodynie
Postdiscotomiesyndrom
Gelenkschmerzen: Periarthropathie humeroscapularis
Impingementsyndrom
Tennisellenbogen
Coxarthrose
Gonarthrose
Muskuläre Schmerzsyndrome: Fibromyalgie
Torticollis
Neuropathische Schmerzen: Stumpf- und Phantomschmerz
Plexusanriss
Polyneuropathie
postzosterische Neuralgie
Intercostalneuralgie
Sonstige Schmerzsyndrome: Morbus Sudeck
Kausalgie
Viszerale Schmerzen
Ischämische Schmerzen
Medikamentenentzug

Die Schmerzklinik existiert seit 1990. Sowohl in der Ambulanz als auch auf der 4-Betten-umfassenden Station für chronisch schmerzkranke Patienten werden alle Verfahren der modernen Schmerztherapie auf höchstem Niveau angewandt. Nach Anfertigung einer umfassenden Schmerzanalyse  und eines physiopsychischen Status  leiten wir eine detallierte, multimodale Schmerztherapie ein. Dabei werden grundsätzlich medizinische, psychotherapeutische und physiotherapeutische Aktivitäten vernetzt.
 

Schmerztherapeutische Verfahren

Abhängig von der jeweiligen Diagnose werden bei uns nach einer differenzierten somatischen und psychologischen Diagnostik unter anderem folgende  Therapieverfahren angeboten: 

Medikamenteneinstellung, Kontinuierliche Blockaden mit einem Katheter, Peridualanästhesie, Plexus axillaris Blockade, Nerven-Grenzstrangblockaden, Ganglion Stellatum Blockade, Transkutane Neurostimulation (TENS), CT-gesteuerte Grenzstrangblockaden, CT-gesteuerte Facetteninfiltrationen,
CT-gesteuerte Nervenwurzelinfiltration,
s
chwerpunktmäßig Neuromodulationsverfahren bei chronischen Schmerzzuständen, Hinterstrangstimulation (SCS) und Implantation von Medikamentenpumpen

Gelenksinfiltration bei Facettensyndrom

Nicht immer sind Rückenschmerzen auf Bandscheibenvorfälle zurückzuführen. Häufig sind degenerative Veränderungen der Zwischenwirbelgelenke für nicht enden wollende Schmerzen ursächlich. Dies gilt auch und gerade für Patienten, die bereits an einer Bandscheibe operiert wurden und weiterhin unter Rückenschmerzen leiden.

Sind solche Beschwerden im Rahmen degenerativer Prozesse erst einmal entstanden, so läßt sich der Teufelskreislauf (Schmerz = Fehlhaltung der Wirbelsäule = Schmerz) in vielen Fällen durch eine mit modernen radiologischen Verfahren gesteuerte Infiltrationstherapie durchbrechen. Es werden gezielt antientzündliche und schmerzstillende Substanzen an die Zwischenwirbelgelenke (Facettengelenke) gebracht. Oft ist bereits nach der ersten Behandlung eine Linderung spürbar.

Um den Behandlungserfolg zu festigen bedarf es eines kurzfristigen stationären Aufenthaltes von 3 Tagen. Fern vom Alltagsstreß soll der Patient von dieser schonenden Therapie optimal profitieren

Rückenmarkstimulation (SCS= Spinal-Cord-Stimulation)

Seit langem haben klinische und experimentelle Studien belegt, dass die Reizung bestimmter Rückenmarkanteile (Hinterstränge) über verschiedene Mechanismen zu einer deutlichen Schmerzhemmung führen kann. Mit Hilfe einer kleinen Stimulationselektrode, die mit einem Impulsgeber verbunden wird, kann der Patient individuell und bedarfsgerecht seine Schmerztherapie steuern und somit häufig die Anzahl eingenommener Schmerzmedikamente deutlich reduzieren oder gar unnötig machen. Besonders chronische, neuropathische Schmerzsyndrome an der Wirbelsäule, vor allem voroperierte Patienten mit weiterhin bestehenden Schmerzen oder arteriellen  Durchblutungsstörungen scheinen sehr gut auf die Therapie mittels Rückenmarkstimulation anzusprechen. Eine Reihe weiterer Indikationen, wie z. B. Stumpfschmerzen, CRPS (Morbus Sudeck/sympathische Reflexdystrophie) oder Nervenschmerzen nach Verletzungen und Plexusläsionen, können in einzelnen Fällen sinnvoll mit einer Neurostimulation therapiert werden. Die Neurostimulation kann eine effektive Alternative zu einer erneuten Operation, Arzneimitteleinnahme und anderen Therapien sein.
 
Medikamentenpumpenimplantation zur Arzneimittelinfusion
 
Bei der intrathekalen Arzneimittelinfusion wird das Medikament, z. B. Morphin in sehr kleinen Mengen direkt an das Rückenmark abgegeben. Die Schmerzübermittlung kann durch verschiedene Arzneimittel am Rückenmark gehemmt werden. Durch die gezielte Arzneimittelinfusion sind zur Schmerzlinderung sehr viel geringere Mengen erforderlich. So können auch die Nebenwirkungen für den Patienten verringert werden. Patienten mit schweren chronischen Schmerzen in großen Körperregionen können von der intrathekalen Arzneimittelinfusion profitieren. Dies gilt insbesondere für Patienten, die durch orale Arzneimitteleinnahme nicht ausreichend behandelt werden können oder bei denen die Nebenwirkungen unzumutbar sind.

Anmeldung der Patienten

Der Patient erhält nach telefonischer Rücksprache einen Termin zur Vorstellung in der Schmerzambulanz. Nach Anmeldung wird dem Patienten ein Schmerzfragebogen mit dem vereinbarten Termin und einer Checkliste zugesandt. Bei der Erstvorstellung erfolgt eine primäre Auswertung durch den Arzt. Bei besonders dringlichen Fällen kann sich der Hausarzt direkt mit einem Arzt der Schmerzklinik in Verbindung setzen. Bei der Erstvorstellung wird die Indikation zur weiteren ambulanten oder stationären Schmerztherapie gestellt.

Verschiedene  Fachdisziplinen werden in den Behandlungsprozess eingebunden, dabei wird der Patient bei besonders komplexen Fällen im Rahmen einer interdisziplinären Schmerzkonferenz vorgestellt.

 

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